7 Gründe, warum ich Business Mentoring für Migrantinnen liebe

7 Gründe, warum ich Business Mentoring für Migrantinnen liebe

Seitdem ich denken kann, liebe ich Menschen bei der Weiterentwicklung mit meinem Wissen und meiner Erfahrung zu unterstützen. Wenn ich insbesondere Frauen mit dem Migrationshintergrund in Deutschland auf dem Weg zur Integration “im Leben” sowie auf dem Arbeitsmarkt begleiten kann, fühle ich mich dabei erfüllt und gebraucht. Als Business Mentorin für Migrantinnen bringe ich selbst die Migrationserfahrung mit, bezeichne mich als eine internationale, ambitionierte Akademikerin mit dem Migrationsvordergrund. Deswegen identifiziere ich mich stark mit allen interessanten, gut qualifizierten, ausgebildeten, ausländischen Frauen, Migrantinnen und Mütter in Deutschland. Deswegen bin ich absoluter Fan von Mentoring.

 

7 Gründe, warum ich Business Mentoring für Migrantinnen liebe

 

Heute teile ich mit Dir, warum ich es liebe, Business Mentorin für Migrantinnen zu sein.

 

1. Ich kann mich optimal in eine Migrantin und ihre Situation in Deutschland hineinversetzen

 

Ich bin sehr empathisch und emotional. Aus diesem Grund kann ich mich ideal in die Situation einer Migrantin, einer Frau mit der Zuwanderungsgeschichte hineinversetzen. Eigentlich ziehe ich in jedem Gespräch mit einer Migrantin den Vergleich zu mir selbst oder zu einer anderen Frau mit den ausländischen Wurzeln. Letztendlich solidarisiere ich automatisch mich mit den ausländischen, internationalen, zugewanderten Frauen, Müttern, Akademikerinnen und drücke allen fest die Daumen, dass es ihnen Deutschland privat sowie beruflich einfach gut gehen sollte. Was jede Migrantin getan hat, um nach Deutschland zu kommen, welche Hindernisse sie bewältigen musste, welche Bedenken, Ängsten, Hoffnungen, Erwartungen, Träumen mit sich trägt  – das ruft in mir einen tiefsten Respekt und die größte Bewunderung wach. Jede zugewanderte Frau, inklusive ich, sei eine einzigartige Kämpferin.

 

So sieht eine integrierte Fachkraft in Deutschland aus. Das bin ich.

So sieht eine integrierte Fachkraft in Deutschland aus. Das bin ich.

 

2. Ich mag der zugewanderten Frau “helfen”

 

Es klingt banal. Es ist aber einfach so. Ich kann im weiten Sinne des Wortes einer zugewanderten Person helfen. Als Business und Berufsmentorin kann ich primär zur Integration im Leben und auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland beitragen. Als Business Mentorin habe ich selbst bereits einige Jahre Berufserfahrung in Deutschland sammeln können. Daher liebe ich es so sehr, meine persönliche Erfahrung weiterzugeben und alle relevanten Informationen über die Integration, den Arbeitsmarkt, den Job, die Bewerbung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu teilen. Gleichzeitig bin ich selbst jedes Mal in der Reflexion und fühle mich dankbar, was ich bisher selbst in Deutschland erreicht und erlebt habe.

 

3.  Ich bin ein Teil der Weiterentwicklung der Mentee

 

Mein Motto ist lebenslanges Lernen für alle Menschen. Es ist aber bekannt, dass grade Frauen nicht überall mal Recht auf Bildung haben und insgesamt mehr benachteiligt sind. Beim Business Mentoring für Deutschland geht es mir nicht um die klassische Bildung. Ich denke da mehr an Wissen fürs Leben und Arbeiten. Dabei habe ich da eine ideale Vorstellung, dass sich jede Migrantin in Deutschland ein erfülltes privates und berufliches Leben aufbauen kann. Für mich gibt es nicht Schöneres als bei der Weiterentwicklung und des persönlichen Wachsens einer Person zuzusehen. Als Personalentwicklerin würde ich sagen, es ist nichts Schöneres eine Migrantin in ihrem Prozess, also auf ihrem Weg zur Erfüllung ihrer privaten und beruflichen Ziele zu begleiten. Wenn ich beobachte, wie eine internationale Frau im Laufe der Zeit sich in Deutschland entwickelt, ihren Horizont erweitert, lernt und wächst, bin ich sehr motiviert. Sobald ich das Vertrauen einer internationalen Frau gewinne, steigt meine Motivation und mein Glaube an meine Mission zum Maximum.

 

4. Ich tauche in die Geschichte der Migrantin ein

 

Jeder Lebenslauf ist anders und für mich hoch spannend. Ich liebe es, von den neuen weiblichen Lebensgeschichte zu hören, in diese einzutauchen, von ihnen zu lernen und diese mit meiner Geschichte zu vergleichen. Meiner Meinung nach liefern Frauen sehr interessanten Porträts, Biografien und Berichte. Für mich ist die Geschichte jeder Frau auf dieser Welt ungewöhnlich. Sosehr ich mich für berühmte, starke, mutige Frauen begeistern kann, begeistere ich mich genauso für die “gewöhnlichen” Frauen, die ich in meinem Alltag und in meiner Mentoringpraxis treffe. Weiterhin habe ich Respekt vor jeder Frau, die aus dem Ausland, aus ihrem Heimatland nach Deutschland kommt. Die Gründe sind unterschiedlich, die sind auch interessant. Aber die Entscheidung, der Mut und der Zeitpunkt sowie ihre Ziele stehen für mich im Mittelpunkt und geben mir viel Energie und Motivation. Ein Teil ihres Lebens, ihrer Geschichte, ihrer Zeit in Deutschland zu sein, ist für mich eine Ehre. Ich kann nur von unseren Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten profitieren. Für mich ist die reale Lebensgeschichte einer Migrantin wie ein guter Dokumentarfilm. Bei diesem Film bekomme ich Übermengen an Spannung und Inspiration.

 

5. Ich kann etwas von andern Fremdsprachen, fremden Kulturen erfahren

 

Ich spreche täglich zwischen zwei oder drei Sprachen. Polnisch ist meine Mutter- und Herzenssprache. Deutsch ist meine zweite Herzens- und Arbeitssprache. Englisch ist meine reine Arbeitssprache. Spanisch ist unsere Familiensprache. Du merkst, das Thema der Fremdsprachen ist bei mir sehr präsent und lebendig. Ich reflektiere viel über die Sprache als Form des Ausdrucks und der Identität, die mit der Sprache zusammen hängt. Mit anderen Worten bringe ich eine große Leidenschaft und Offenheit sowie Interesse für (Fremd) Sprachen mit. Das Thema hängt natürlich mit dem Thema Reisen zusammen. Wenn ich ins neue Land reise, möchte ich zumindest ein paar Worte beherrschen und dadurch mein Interesse und mein Respekt den Menschen dieser Kultur demonstrieren.

Da habe ich Glück und die beste Gelegenheit in Deutschland, Frauen, Mütter, Akademikerinnen und Migrantinnen aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen. Jede spricht mindestens auch eine oder zwei andere Sprachen und ist durch eine mir meisten fremde Kultur geprägt. Natürlich genieße ich sehr, eine polnische, spanische oder lateinamerikanische Frau zu begleiten, zu beraten oder zu coachen. Aber umso mehr freue ich mich auf die Begegnung mit allen anderen. Da ist meine Neugier, Sehnsucht und Fernweh inbegriffen.

 

6. Ich kann die Personal- und Persönlichkeitsentwicklung mit dem Business Deutsch kombinieren

 

Als Scanner Persönlichkeit kann ich durch das Business Mentoring für Migrantinnen mehrere meine Leidenschaften ausleben. Die Kombination zwischen der Personal- und Persönlichkeitsentwicklung und dem Business-Deutsch ist das erste Beispiel. Mentoring ist ein Instrument für die Personal- sowie Persönlichkeitsentwicklung. Also nutze ich es und arbeite mithilfe dieser Methode. Sowohl für mich als auch für die Migrantinnen gilt Deutsch als Fremdsprache. Das Beherrschen der Deutsch-Kenntnisse ist für mich ein Minimum. Aber, sowohl ich als auch viele Migrantinnen, bringe ich viel Ehrgeiz, Ambition und Bewusstsein mit. Es reicht uns nicht nur die deutsche Sprache aus, sondern gleich die Wirtschaftssprache, also Business Deutsch zu beherrschen. Mittlerweile kann ich über Business Deutsch sogar hervorragend lachen – ich bringe da die gesunde Distanz dieser Sprachvariante gegenüber. Dabei vermittle ich den Migrantinnen das Gefühl der Hoffnung, sie können genauso wie ich, einwandfrei Deutsch allgemein und Business Deutsch sprechen und verstehen.

 

7. Ich empfinde einen großen Sinn und die Sinnhaftigkeit im Business Mentoring

 

Das essenzielle Kriterium im Leben grundsätzlich, also im privaten sowie im beruflichen, ist für mich das Gefühl der Sinnhaftigkeit. Ich muss einfach wissen und fühlen, warum ich etwas mache und das kann ich bestens vertreten. Für mich hat es einen enormen Sinn, eine Business-Mentorin für Migrantinnen zu sein. Daher freue ich mich schon auf die kommenden Monate und Jahre sowie die allen neuen Begegnungen mit Migrantinnen in Deutschland.

3 Tipps für Mentorensuche für Migrantinnen in Deutschland.

3 Tipps für Mentorensuche für Migrantinnen in Deutschland.

In dem vorherigen Post habe ich zusammengeschrieben, was Mentoring eigentlich ist und was eine Mentee und eine/n MentorIn für eine gelungene Mentoring-Beziehung kennzeichnet. Heute möchte ich unbedingt mit Dir teilen, meine besten und sehr konkreten Tipps, wie Du als ausländische ambitionierte Akademikerin oder Person mit dem Migrationsvordergrund in Deutschland, Dir eine Mentorin oder einen zu Dir passenden Mentor tatsächlich finden kannst. Ich bin nämlich stark davon überzeugt, dass jeder Mensch eine/n MentorIn brauchen und finden kann. Die ausländischen oder internationalen Frauen in Deutschland, die sich ein erfülltes Privat- und Berufsleben aufbauen wollen, können und sollten dies genauso tun.

 

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Meine 3 Tipps für eine erfolgreiche Mentorensuche in Deutschland. Aus Sicht einer Migrantin. Frau mit dem Migrationsvordergrund.

 

 

Die Mentorensuche ist zwar nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. Ich habe ein paar Tipps, wie Du einen Mentor und eine Mentorin in Deutschland finden kannst.

 

 

Analysiere und beobachte neugierig Dein Umfeld.

 

Es klingt fast zu banal, einfach, kinderleicht. Es ist aber nicht wirklich. Bewusstes Beobachten und Analysieren und daraus etwas zu lernen ist jedem mit der Migrationsgeschichte in Deutschland zu empfehlen. Alles in dem noch fremden Land Deutschland ist für Dich neu und oft unterschiedlich oder anders als im Heimatland. Dein Umfeld sieht völlig anders aus. Ich denke, wo sind die Orte, Plätze, Institutionen, wo Du Deine Zeit in Deutschland zuerst mal verbringst. Da fallen mir ein: Schule, Sprachschule, Universität, Bibliothek, Ausbildungsort, Arbeit, Familientreffs, Kirche, Verein, Sportstätte usw.

Stell Dir während des Aufenthalts an diesen Orten die folgenden Fragen:

  • Ist da jemand aus und in diesem Umfeld, dem Du Dich anvertrauen könntest?
  • Mit wem sprichst Du gerne?
  • Wen findest Du da schon sympathisch?
  • Wer sind alle diese ersten AnsprechpartnerInnen für Dich?
  • Welche sind Deine bisherige gewonnen neuen Kontakte, die gut bis sehr gut Deutsch sprechen und sich sehr zurecht in Deutschland finden?
  • Wer hat mit Dir trotz allen Barrieren versucht zu reden?

Vielleicht hast Du Glück und es gibt bereits ein paar Personen, die Du von Anfang an in Deinem Umfeld “im Auge hast” und mit diesen sofort gute Gespräche führen konntest. Es gibt auch diese Momente mit manchen Menschen, wo Du auch ohne viele Worte intuitiv weißt, sie wollen Dir helfen und sind genauso neugierig, wer Du bist und woher Du kommst.

 

 

Bleib offen und proaktiv.

 

Es passiert nichts ohne Deine Eigeninitiative. Hier ist wirklich Dein konkretes Handeln gefragt.

Weißt Du, was ich damit meine?

  • Aktives Zugehen auf Deine Mitmenschen, Gesprächspartner, neue Freunde, Nachbarn, KollegInnen während der Kaffee- oder Mittagspause – Du solltest Dich einfach trauen, die Menschen anzusprechen und von der Mentoring-Idee zu erzählen.
  • Aktives Fragen – direkt im Gespräch oder über Dein Handy, stelle eine Frage über WhatsApp Status oder im Facebook auf Deinem Profil . Du solltest Dich auch trauen, direkt Deine Mitmenschen nach den möglichen MentorInnen, freiwilligen, offenen, neugierigen und hilfsbereiten Menschen fragen. Diese gibt es in Deutschland sehr, sehr viele. Aber glaub mir, Du solltest schon offen und direkt danach fragen, weil niemand Deine Gedanken und Wünschen erraten kann!
  • Direkter Kontakt per E-Mail oder besser noch ein direkter Anruf Recherchieren – Wenn Du an eine bestimmte Person schon denkst oder einen guten Kontakt in einer Institution oder in einer Sprachschule etc. hast, schreibe ihr am besten eine schöne, persönliche Nachricht mit Deinem Anliegen. Teile ihr mit, Du hast von mir, einer Arbeitsmentorin in Deutschland gehört bzw. gelesen, dass das Mentoring für Dich sehr hilfreich und förderlich sein sollte und Du Dir die Mentoring-Beziehung mit der Person XY bereits vorstellen könntest. Eventuell kannst Du nach den Empfehlungen fragen, ob sie Dir eine Person nennen könnten und Du diese dann kontaktieren würdest.

 

Vielleicht hast Du Glück und es gibt einen geeigneten Kandidaten in Deinem Bekanntenkreis oder dem Bekanntenkreis Deiner Mitmenschen, der die Kompetenz aufweist, Dein volles Vertrauen genießt und auch bereit ist, sich in das Abenteuer Mentoring zu stürzen. Wenn Du auf diesem Weg nach der Mentoring-Beziehung fragst und diese zustande kommen sollte, ist das eine Art von informellem Mentoring.

 

 

Melde Dich beim institutionalisierten bzw. organisierten Mentoring Programm an.

 

Es gibt noch einen formalen Weg, auf dem Du ein Mentoring Programm finden kannst. Ich sage es ja immer, dass es in Deutschland für jede Angelegenheit eine Anlaufstelle gibt.

Eine Anlaufstelle bedeutet eine Institution, Organisation oder Person, an die man sich bei Bedarf wenden kann, wenn man Hilfe oder Unterstützung braucht

Es gibt einfach sogenannten Mentorenprogramme, die von Unternehmen, Hochschulen, Stiftungen, Vereinen, sozialen Einrichtungen, Städten und Kommunen angeboten werden. Dies sollte nicht mit Kosten verbunden sein.

Was ich konkret machen würde, wäre es zuerst aktives Recherchieren im Internet. Konkreter würde ich:

  • In die Suchmaschine, zum Beispiel Google, die Stichwörter eingeben: Mentoring Universität + Name der Stadt oder des Ortes, wo Du Dich befindest
  • In die Suchmaschine, zum Beispiel Google, die Stichwörter eingeben: Frau und Beruf Mentoring + Name der Stadt, des Bundeslandes oder des Ortes, wo Du Dich befindest
  • Bei der Arbeitsagentur, im Rathaus, beim Ausländeramt, im Verein aus Deinem Heimatland nach dem organisierten Mentoring Programm fragen.

 

Rückblick und Ausblick

 

Ich kann Dir gerne meine persönliche Perspektive zum Mentoring in Deutschland kurz schildern. Diese Perspektive, also meine persönliche Wahrnehmung, ist seit mehr als 20 Jahre in Deutschland dieselbe und lautet:

Viele Menschen in Deutschland waren und sind immer noch ganz von sich aus sehr interessiert, ihr Wissen mit anderen einfach zu teilen und für Fragen zur Verfügung zu stellen. 

Daher kann ich Dich mehr als versichern, wenn Du Dich offen, neugierig, proaktiv und zielorientiert zeigst, wirst Du früher oder später an einer oder anderen Stelle eine/n zu Dir passenden MentorIn in Deutschland finden. Es ist nur die Frage der Zeit und Deiner Haltung.

Viele deutsche und internationale, offene und genauso ambitionierte Menschen und vor allem ähnlich denkende und fühlende Mütter in Deutschland bewundern grade meine Proaktivität gepaart mit meiner kindlichen Neugier und dem riesigen Mut. Ich bin immer noch selbst als eine internationale, ambitionierte und ausgebildete Arbeitsmentorin genauso sehr gerne in der Mentee Rolle unterwegs. Ich habe ja gesagt, ich stehe vollkommen hinter dem lebenslangen Lernen.

Ich wünsche mir, dass Du erfolgreich eine/n Mentorin in Deutschland suchst und findest. Natürlich würde ich mich sehr freuen zu erfahren, ob Du andere Tipps bei der Suche hättest. Teile diese gerne in den Kommentaren.

Schön, dass Du da bist und mein Blog liest. Vielen Dank.

Justyna

 

Was bedeutet Mentoring für Migrantinnen in Deutschland?

Was bedeutet Mentoring für Migrantinnen in Deutschland?

Wenn Du ausländischer Herkunft bist oder einen Migrationshintergrund hast und in Deutschland etwas „mehr“ erreichen möchtest bzw. ein erfülltes privates und berufliches Leben führen willst, empfehle ich Dir, eine Mentoring-Beziehung einzugehen. Ich bin überzeugt, dass das Mentoring für alle Menschen sehr hilfreich sein kann. Für ausländische und ambitionierte AkademikerInnen, für Frauen mit der Zuwanderungsgeschichte in Deutschland, also für Frauen und Männer mit dem sogenannten Migrationshintergrund und mit dem Migrationsvordergrund, grade am Anfang ihres in Deutschland Ankommens, ihrer Integration oder direkt ihrer „Karriere“, kann dieses Instrument oder diese Methode nur von Vorteil sein.

Mentoring und Ich

 

Als ich mit meinen 19 Jahren als Au-pair-Mädchen nach Deutschland kam, kannte ich nicht mal den Begriff Mentoring. Ich wusste aber, dass ich im Gespräch und im Austausch mit anderen bereits mehr erfahrenen Menschen am meisten lernen kann. Einige von ihnen wurden zu meinen informellen MentorInnen. Das Wichtigste für mein privates und berufliches Wohlgefühl in Deutschland habe ich auch beim Beobachten anderer internationalen, ambitionierten zugewanderten Menschen mitgenommen. Somit war ich in der Mentee Rolle lernend unterwegs. Heute würde ich aber in meiner oder schlichtweg in einer Fachsprache sagen, dass das Mentoring eines der hauptsächlichen Personal- bzw. Persönlichkeitsentwicklungsinstrumente ist. Ich bin, noch vor der leidenschaftlichen Mentorin, eine genauso leidenschaftliche Personal- und Persönlichkeitsentwicklerin in Deutschland, geworden. Daher bin ich von allen Methoden, Instrumenten und Möglichkeiten fasziniert, die uns Menschen zur persönlichen Weiterentwicklung, Wissenserweiterung und zum persönlichen „Wachstum“ näher bringen.

 

Was ist überhaupt Mentoring?

 

Das Mentoring ist ein Erfahrungsaustausch, indem die Mentee mit einer/einem MentorIn ihre nicht nur beruflichen Themenfelder besprechen kann. Anders gesagt, zwei unterschiedliche Menschen, eine Mentee trifft sich “ganz einfach” mit einer erfahrenen Mentorin oder einem erfahrenen Mentor zusammen. Man trifft sich zum Kaffee, zum Spazieren oder heutzutage online in einer Videokonferenz. Das Mentoring ist sonst noch:

  • eine gleichberechtigte Partnerschaft, in der man voneinander lernt
  • ist ein offener und ehrlicher Dialog in einem Vertrauensumfeld
  • entsteht, indem das Vertrauen von einem zu dem anderen Treffen aufgebaut wird
  • wächst, indem die Ziele, Rollen, Erwartungen und der Zeitrahmen festgelegt werden
  • heißt, Fähigkeiten und Netzwerke auszubauen
  • legt den gemeinsamen Fokus auf die Entwicklung der Mentee
  • bedeutet, Unterschiede zu schätzen und zu respektieren
  • sagt Ja zu lebenslangen Lernen
  • impliziert keinen Karriereschritt – bedeutet letztendlich – die Mentee kann nicht davon ausgehen, dass der Mentor oder die Mentorin ihr einen Job oder eine Arbeitsstelle vermittelt

 

Die 5 Kennzeichen einer erfolgreichen Mentoring-Beziehung.

 

Was soll ein/e MentorIn und eine Mentee unbedingt mitbringen?

MentorInnen bringen mit: Mentees bringen mit:
1. Zuhören, Beobachten, Spiegeln & Fragen5. 1. Interesse an Neuland & Engagement
2. Unterstützung bei Zieldefinition 2. Übernahme von Verantwortung
3. Erfahrungsweitergabe 3. Zieldefinition inhaltlicher, persönlicher Weiterentwicklung
4. Einschätzung von Erfolgen & Herausforderungen 4. Fortschritt Monitoring & entsprechende Anpassung
5. Ermutigen zum Umsetzungsplan 5. Umsetzungsmaßnahmen

 

Fazit

 

Deine Haltung als Mentee dem Thema Mentoring, Deiner Mentorin oder Deinem Mentor gegenüber, ist meiner Meinung nach der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Sicherlich ist es hilfreich, wenn zudem die ’Chemie’ stimmt.  Ich bin überzeugt, wenn Du eine wertschätzende Haltung zu dem Mentoring und zu dem Treffen mit Deiner Mentorin oder Deinem Mentor mitbringst, ist der Boden für ein interessanten und bereichernden Austausch bereitet. Sei Dir jedoch bewusst – sich auf eine komplett neue Beziehung voll einzulassen, mag am Anfang Zeit benötigen. Auch da, wo nicht sofort direkte Sympathien verspürt werden sollten, wird der eine oder die anderen überraschende Erfahrungen machen, was das letztendliche Ergebnis anbetrifft. Private und berufliche Erfüllung geht nicht davon aus, dass Du Dich mit jedem verstehen solltest und zusammen arbeiten müsst. Ein erfülltes Leben heißt für mich, dass man ergänzende zwischenmenschliche Unterschiede für sich nutzt. Das festzustellen, bedarf manchmal einer kleinen Reise.

 

Schön, dass Du da bist und mein Blog liest. Vielen Dank.

Justyna

Wie ich wurde, was ich bin. Mein Weg zur leidenschaftlichen Mentorin mit Migrationsvordergrund.

Wie ich wurde, was ich bin. Mein Weg zur leidenschaftlichen Mentorin mit Migrationsvordergrund.

Meine Turning-Points auf dem Weg zur leidenschaftlichen Mentorin in Deutschland.

Nicht nur ich habe und brauche ich Vorbilder, die ich bewundern, denen ich nacheifern kann und wie die ich sein möchte. Es gibt viel, was mich an einem Vorbild faszinieren kann: Worte, Taten, Talente, Charisma, Eigenschaften, Erfolge, Werte.

Vorbilder sind so wichtig – sie motivieren und inspirieren. Sie geben Halt, ohne dass man jeden Tag mit ihnen sprechen muss. Ein Vorbild ist für mich nicht jemand, der oder die besonders weit in ihrer „Karriere“ ist – ein Vorbild sind all die Menschen, die ihren Weg gehen und andere motivieren es ebenfalls zu tun. Vorbilder sind nicht perfekt, im Gegenteil, sie sind unperfekt.

Ich brauche diese Musterbeispiele der Menschlichkeit: Vorbilder beflügeln mich, ihrem Beispiel zu folgen, motivieren und inspirieren zu eigenen Leistungen. Sie dienen mir bis heute als Anspruch, selbst ein Vorbild für andere zu sein. Ich teile mit Dir meine realitätsnahen Vorbilder und MentorInnen, die verschiedenen Rollen in meinem bisherigen Leben gespielt haben.  Sie haben Einfluss genommen, wie ich wurde, was ich bin. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich Dich mit diesem Post zum Nachdenken bringe. Du bist sehr wahrscheinlich auch ein Vorbild für jemanden da draußen, sehr wahrscheinlich ohne davon zu wissen.

 

Der November im Jahr 1981, Radom, Polen: meine Mama

Ich komme noch im leicht kommunistisch angehauchten Polenzur Welt und lebe meine weitere 19 Jahre als älteste von sechs Kindern mit meinen Eltern in Radom, einer mittelgroßen Stadt, im zentralen Polen. Tagtäglich trage ich viel Verantwortung für jüngere Geschwister und muss mich beispielhaft “benehmen”und auf andere ständig aufpassen – dabei werde ich automatisch zum Vorbild. Mein erstes Vorbild und somit meine erste Mentorin ist meine Mutter. Eine starke, mutige und unabhängige Frau, die vom Land in die “Stadt” schafft. Sie arbeitet und verdient ihr Geld in einer Bank, dabei erholt sie sich am besten im Garten und baut Gemüse an. Ich habe schon als Kind hautnah gesehen, wie die Vereinbarung zwischen dem Job und der Familie in der Realität aussieht. Von meiner Mama habe ich die Tendenz zu Multitasking übernommen. Sie hat mir den einen Satz tausendmal wiederholt: “Justyna, zähle im Leben hauptsächlich auf Dich selbst”.

Meine Mutter mag eindeutig nicht fotografiert werden. Aber Bilder anschauen umso mehr.

 

Der Sommer im Jahr 1993, Stromiec, Polen: Agnieszka, meine Patentante

Ich bin schon 12 Jahre jung und verbringe meine Sommerferien wieder auf dem Land bei meinen Großeltern und Tanten. Meine Patentante ist meine zweite Mentorin, der ich viele Geheimnisse und Intimitäten anvertraue. Sie ist die erste Selbstständige in meinem Familienkreis, die ich kenne, die mithilfe meiner Großeltern und Schwestern ihr eigens Business aufmacht. Obwohl sie nicht studiert hatte, schafft sie bis heute Arbeitsaufträge, mit ihrer Selbstständigkeit zu bekommen und nebenbei damit Geld zu verdienen. Dabei hat sie immer betont, dass sie nicht für andere, sondern für sich selbst arbeiten möchte. Ich bewundere ihre Entscheidungsstärke und klare Vorstellung von Arbeit. Von ihr habe ich oft den Satz gehört: “Ohne Fleiß kein Preis“.

Meine Patentante fotografiert mich mit dem Teil der Geschwistern/ Cousins.

Der Sommer im Jahr 2000, Radom, Polen:  Agnieszka, Nachhilfelehrerin für Deutsch

Ich bin 18 und verbringe zum ersten Mal die Sommerferien nicht auf dem Land, sondern zu Hause in Radom. Ich habe zwar Abitur bestanden, aber habe keinen festen Studienplatz ab Oktober gefunden. Es geht um meine Zukunft und die wichtigen Entscheidungen fürs Leben. Meine dritte polnische Mentorin, meine Nachhilfelehrerin für Deutsch, ist eine starke, unabhängige, abenteuerlustige und offene Frau. Bei ihr lerne ich nicht nur deutsche Grammatik und Orthografie. Sie erzählt mir von Deutschland, dem Land der vielen Möglichkeiten. Dabei unterstützt sie meine Entscheidung, für ein paar Monate als Au-pair-Mädchen nach Deutschland zu gehen und die Pause zum Deutsch verbessern. Sie war die Erste, die mir das weite Ferne so nah und schmackhaft machte.

 

Der 21. Januar 2001, Ankunft in Deutschland, Stuttgart: Claudia, meine Gastmama

Ein kalter, schneereicher Wintertag. Ich komme nach der 24 Stunden Busfahrt in Stuttgart an. Meine erste Auslandsreise alleine, mit einer Tasche und vieler Träume. Meine erste Bezugsperson in Deutschland, die Gastfrau Claudia, holt mich mit ihrer Tochter Alina am Hauptbahnhof Stuttgart ab. Sie ist die erste starke, unabhängige und kämpferische deutsche selbstständige Frau, die ich treffe und sofort bewundere. Vielmehr ist sie gebildet, intelligent, selbstbewusst, willensstark und komplett emanzipiert. Bis heute versucht sie in der Kulturbranche ihr Bestes zu geben bzw. mit ihrem Kulturkalender Baden-Württemberg letztendlich zu überleben. Im Laufe meines Au-pair-Mädchens Aufenthalt habe ich viel gelernt, vor allem aber, was die Ausdauer im Alltag, im Beruf und für mich persönlich alleine im Ausland heißt. Ich habe vor allem gelernt, wie eine Frau wirklich auf niemanden angewiesen sein muss.

 

Der 3. Oktober 2001, der Tag der Deutschen Einheit, Stuttgart: Tao und Lito

 

An diesem Feiertag ziehe ich in ein 12qm großes Studentenzimmer auf dem Uni-Campus in Stuttgart ein. Der Beginn meiner Freiheit und völliger Unabhängigkeit beginnt. Nebenbei lerne ich, die Küche mit anderen internationalen, größtenteils chinesischen Studenten zu teilen. Ein älterer, sehr ruhiger und offener Student, der heißt Tao, wird mein Freund und Mentor für die nächsten 7 Jahre. Er erzählt mir von der Großstadt Shanghai und bringt mir die chinesische Kultur näher bei. Ich erzähle ihm von Polen und Katholizismus. Wir leben und lieben die interkulturelle Öffnung jeden Tag. Ein paar Wochen später bereichert unsere Freundschaft ein weiter internationaler Student, Lito. Sein echter Name lautet Manuel Luis Sangiao Lorenzo. Er ist ein Spanier, stellt sich aber als Gallego, also der Galizier, der in Barcelona geboren worden ist. Er wird zu meinem Freund und irgendwann zu meinem Mann. Mittlerweile ist er auch der Vater unserer Kinder. Zusammen mit Tao sind wir ein bekannter Multikulti Trio auf dem Uni-Campus. Von diesem Herbst bzw. Winter 2001 bin ich ein absoluter Fan der fremden Kulturen und Ländern. Als Folge begann ich als Buddy die frisch angereisten internationalen Studenten beim Ankommen an der Uni Stuttgart zu unterstützen und Zeit lang zu begleiten. 

Tao, ich und Lito. Wir waren unzertrennlich.

 

Der Winter 2002, Stuttgart: Pablo Torrico und Jaqueline Burgoa

 

Als frisch immatrikulierte Studentin an der Universität Stuttgart bin ich von dem Uni-Leben und Uni-Tempo bzw. der Uni-Sprache überfordert. Das Geld muss ich nebenbei verdienen und ich finde gleich einen interessanten ersten Job im Weiterbildungsinstitut Languacom im Event Management Bereich.  Da lerne ich die LANGUACOM Gründer, ein Ehepaar aus Bolivien, Pablo Torrico und Jaqueline Burgoa. Die beiden sind ein sehr gebildetes, intelligentes, unabhängiges Business Paar in Anzügen. Beide verfügen über mehrere Fremdsprachen Kenntnisse, Top Uni Abschlüsse, interkulturelle Kompetenz und Offenheit sowie viele Ambitionen. Sie sind nicht nur meine Vorgesetzten, sondern die ersten internationalen Vorbilder aus der Weiterbildungsszene in Deutschland. Dank den beiden begreife ich sofort den großen Stellenwert der Weiter- und Erwachsenenbildung in Deutschland. Diese Bekanntschaft und intensive berufliche sowie private Beziehung bringt mich dazu, das neue Studienfach, nämlich die Berufspädagogik an der Universität Stuttgart zu studieren.

 

Der Winter 2003, Barcelona, Spanien: Manuel Luis Sangiao Lorenzo mit Marisol

 

Seitdem ich mit Lito zusammen bin, sind wir regelmäßig bei den Schwiegereltern in Barcelona. Ich höre mit offenem Mund deren Lebensgeschichte, primär die harten Anfänge in einer Großstadt. Sie sind mehr als 1000 km weit aus der Heimat, Galizien, nach Katalonien emigriert auf der Suche nach dem “Brotjob”. Mein Schwiegervater macht sich Ende 70-er Jahre schnell selbstständig und ist mit seinem Handwerk viele Jahre sehr “erfolgreich”. Es imponiert mir sehr, was er sich, wie er sagt, als ein einfacher Junge mit “eigenen Händen” aufgebaut hat. Dabei ist er ein perfektes Abbild der harten und ständigen Arbeit. Leider arbeitet er so viel, dass er vergisst, sich um sich selbst und seine Gesundheit, Hobbys oder Freunden zu kümmern. Heute lebt er in Ruhestand und versucht das Beste aus seiner freien Zeit zu machen. Wie oft ärgert er sich über die Langweile und das Gefühl der Unnutzbar zu sein….  Dank ihm bin ich sehr sensibilisiert und vorsichtig, genug Freizeit und Pause nach der Arbeit einzulegen und Hobbys einzugehen. 

 

Der Frühling 2005, über den Wolken zwischen Stuttgart und Barcelona: Adrianna und Juan

Während des Flugs zu den Schwiegereltern nach Barcelona lernen wir mit Lito ein polnisch-kolumbianisches Ehepaar kennen.  Adarianna Trzeszczkowska-Trujillo und Juan Trujillo sind wie wir ein multikulti Paar und haben wie wir ihre Pläne und Träume. Sie haben kolumbianischen Kaffee zuerst nur für Freunde und Bekannte mitgebracht, dann wurde es zu einem Familienprojekt. Adrianna und Juan importieren Kaffee von der eigenen Familienplantage in Kolumbien. Mittlerweile betreiben die beiden in Oldenburg ihre eigene Kaffeerösterei „La Molienda“ und machen sich damit für fairen Kaffeehandel stark. Adrianna ist eine von meinen besten Freundinnen, die ich habe und ist auch ein großes Vorbild. Sie lebt ihre Berufung und Leidenschaft für den Kaffee aus. Es fasziniert mich bis heute, wie authentisch sie sich mit dem Produkt, also mit dem Kaffee an sich, der Geschichte vom Kaffeeanbau und der Rösterei identifiziert. Sie versucht, auch wie ich, die Arbeit und ihre Multikulti Familie in Deutschland unter einen Hut zu bringen. Seitdem ich sie kenne, frage ich sie über ihr nachhaltiges Business und anstehende Themen und Pläne aus. Dank ihr verstehe ich, dass die Selbstständigkeit nicht nur wortwörtlich “selbst und ständig” bedeute, sondern ein Marathon und kein Sprint ist.

Juan und Adrianna in Oldenburg.

 

Ich und Adrianna, Ada 🙂

 

Beide Familien beim Ausflug.

 

Der Frühling 2006, die Kanalinsel Jersey: Miranda Kelleher

 

Ich lebe das Motto lebenslanges Lernen aus und setze mir ein weiteres Ziel, nämlich, unbedingt meine Englischkenntnisse zu verbessern. Unmengen an Ehrgeiz und kreative Lösungswege werden zu meinen Begleitern. Ich komme auf die geniale Idee, wieder als Au-pair-Mädchen zu verreisen, um Englisch zu erfrischen. Ich bin halt da noch eine “arme, polnische” Studentin, die keine finanzielle Unterstützung bekommt und über die Runden kommen muss. Meine Intuition hilft mir, auf der Kanalinsel Jersey bei der englischen Familie, Fuß zu fassen und sehr intensiv sechs Monate dort zu leben. Englisch fließender zu sprechen, ist nur ein Nebeneffekt dieser Reise. Vielmehr denke ich über meinem Tellerrad hinaus, erweitere mein Horizont, bewundere meine zweite Gastfrau Miranda Kelleher und ihr Lebens- und Arbeitsstil. Sie ist selbst das Bild einer interkulturellen, offenen und modernen Frau. Als Französisch-Lehrerin auf der englischen Insel geht sie für vier Wochen ohne die drei kleinen Kinder nach Afrika, um ein Herzensprojekt zu verwirklichen. Von ihr lerne ich, mehr auf meine Bedürfnisse und mich zu hören.

 

Ich und Lito haben die Kanalinsel Jersey mit einem Moped bereist.

 

Auf der Insel habe ich Iwona kennengelernt, mit der ich bis heute befreundet bin. Sie kommt ursprünglich aus Polen, ganz nah an meiner Heimatstadt.

 

Der Oktober 2008, Stuttgart: Susanne Leithner

 

Im Rahmen des studiumsbegleitenden Arbeitsplatzes bei der Daimler AG habe ich die Gelegenheit gehabt, zwei Jahre Diversity Management Büro mit einer charismatischen Frau, Susanne Leithner, zu teilen. Sie war meine direkte Vorgesetzte und eine unglaubliche Mentorin – unabhängig, selbstbewusst, unternehmungslustig, offen, kreativ, international geprägt, halb Amerikanerin, zielstrebig, ambitioniert und am Ende des Tages die Mutter von zwei Kindern. Jetzt Nachhinein denke ich, dass sie die beste Version der Scanner Persönlichkeit ist, die bestens ihre Vielseitigkeit in Business eingesetzt bzw. demonstriert. Was ich von ihr mitgenommen habe, war die enorme Lebenslust und die reale Veränderungsbereitschaft. Sie hat sich noch zu meiner Zeit bewusst von dem Konzern verabschiedet, um sich eigenes Business aufzubauen.

 

Ich habe genossen, TANDEM Mentoring Ansprechpartnerin zu sein und Frauen mit der Potenzialentwicklung zu fördern.

 

Mit meiner Mentorin, Susanne, waren wir ein eingespieltes Team.

 

Der Winter 2010, Stuttgart: Sabine Klebes

 

Ich bin nach den zwei intensiven Jahren bei der Daimler AG auf der Jobsuche und stelle fest, ich habe mir den Bewerbungsprozess in Deutschland einfacher vorgestellt. Dabei habe ich viele Bewerbungen gesendet und gehofft, ich finde schneller endlich einen festen Stellenplatz im Bereich der Weiterbildung oder der Personalentwicklung. Dabei wusste ich nicht viel von der Bewerbungsstrategie, dem Selbstmarketing und der Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch. Ich erinnere mich nicht, wie oder wer mir geholfen hat, das Karriere Coaching in Anspruch zu nehmen. Aber ich bin sehr dankbar, das erste Mal die hervorragende Erfahrung mit der Coachin, Frau Sabine Klebes gemacht zu haben. Sie war die Erste, der ich komplett im Coaching Prozess anvertraut habe und sie aus mir das Beste herausgekitzelt habe. Nach dem Gespräch mit ihr hat es mit dem Jobangebot bei der ZF Friedrichshafen AG im Bereich der internationalen Personalentwicklung leichter geklappt. Erst nach meiner eigenen Coaching-Erfahrung glaube ich bedingungslos an die Macht und den Mehrwert dieses Instruments.

 

Der Mai 2013, Friedrichshafen: Damian Goldvarg

 

Im Laufe meiner Arbeit in der internationalen Personalentwicklung bei der ZF Friedrichshafen AG bin ich bei der Auswahl der externen Trainer beteiligt und suche ich mir diejenigen aus, mit denen ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann und die zu dem Unternehmen sowie der Zielgruppe wie auch dem Trainingsvorhaben passen. Mit einem internationalen Trainer bzw. einem multilingualen Coach aus Argentinien können wir auf Spanisch sprechen und verstehen uns auf Anhieb sehr gut. Die Bekanntschaft wird über die Jahre freundschaftlich gepflegt. Damian Goldvarg lebt seit Jahren in den USA mit seinem Partner und reist um die Welt, mit der Mission, das Coaching bzw. den Coaching-Mehrwert näherzubringen. Er gibt mir ein unglaublich tolles und konstruktives Feedback, was meine Person, Arbeit und mein “gesamtes Paket” angeht. Dank Damian beginne ich meine erste (virtuelle) internationale Coaching-Ausbildung, die hauptsächlich an der Zeitverschiebung schnell scheitert. Trotzdem verdanke ich ihm, dass er mir die Türe bzw. die Augen für das Thema Coaching geöffnet hat und das Gefühl vermittelt hat, es ist OK, Fehler zu machen bzw. Fehlentscheidungen zu treffen.

 

Der Juni 2020, Friedrichshafen/Radom: Marian Czubak, Victoria Steinhausser und Julia Rang

Während der schlimmen Pandemiephase stirbt mein Vater am 04. Juni 2020 in Radom. Die Grenze in Polen macht pünktlich zu seiner Beerdigung noch auf und wir fahren, um Abschied zu nehmen. Ich bin da beruflich bereits in Kurzarbeit, ausgelaugt, leide an depressiven Stimmungen und finde keinen inneren Frieden. In dieser sehr schmerzvollen Zeit sind mir meine ungarische allgemeine Ärztin und meine Psychotherapeutin dringende Stütze. Ich denke oft an meinen verstorbenen Vater, der mir etwas Wichtiges oft gesagt hat, ohne groß zu erklären. Erst jetzt nach zwei Jahren nach seinem Tod sowie meiner Heilung dank der Therapie verstehe ich seine Worte: Justyna, sei immer einfach Du selbst. Endlich kapiere ich auch, die Hilfe anzunehmen, Pause zu machen, Druck und Perfektionismus abzulegen, Ansprüche zu reduzieren, mich um mich selbst und meine (mentale) Gesundheit zu kümmern, Prioritäten zu überdenken, neu anzufangen, dankbarer für alles zu sein. EINFACH zu leben. Ich selbst zu sein. Beruflich wie Privat.

 

Fazit

 

Heute bin ich selbst zu einer leidenschaftlichen Mentorin mit dem MigrationsVORDERGRUND geworden. Mich treibt das “Teilen” von meinem Wissen und der Erfahrung im weiten Sinne mit Menschen um mich herum.

Ich teile mein (nicht nur fachliches) Wissen beruflich sowie privat:

  • mit den unterschiedlichen Zielgruppen, davon mit den internationalen zugewanderten Personen in Deutschland
  • in den Communities von Freunden, Familien, Eltern, Müttern, Vereinsmitgliedern…
  • mit meinen Kindern, tagtäglich

Ich möchte weiterhin Impulse aus dem (neu) erworbenen Wissen in die Welt bringen, in die Breite streuen bzw. adäquat der Zielgruppe übersetzen. Am besten direkt im Mentoring an die internationalen, offenen, lernwilligen Menschen in Deutschland näher und greifbar bringen. Somit nehme ich Einfluss bei der persönlichen Entwicklung der jeweiligen Person. Somit übe ich mich weiterhin tagtäglich in der Agilität und verfüge über mehrere Rollen, die ich ständig wechsle. In der Zukunft muss auch ich selbst noch gewandter den Wechsel zwischen den mehreren Seiten bespielen können. Aber, ich habe ja viele Vorbilder und MentorInnen. Und ich habe ja noch Zeit 🙂

 

Schön, dass Du da bist und mein Blog liest. Vielen Dank.

Justyna