Mein Deutsch ist nicht gut – die Angst vor dem Vorstellungsgespräch als AusländerIn

Mein Deutsch ist nicht gut – die Angst vor dem Vorstellungsgespräch als AusländerIn

Der Lieblingssatz meiner meisten ausländischen Mitmenschen, Freunden und Kundinnen lautet: Mein Deutsch ist aber nicht gut (genug).  Es ist auch der gängigste Glaubenssatz, wenn es um die berufliche Integration und den Zugang zum Arbeitsmarkt in Deutschland geht. Grade wegen diesem Satz schränken sich selbst die meisten ausländischen Bewerberinnen auf dem deutschen Markt bei der Suche nach einem adäquaten Job ein. Egal, wie lange die meisten ausgebildeten Frauen bereits in Deutschland sind oder wie viele Jahre sie schon Deutsch lernen und Wortschatz erweitern, sind sie trotzdem sehr kritisch mit sich selbst und beruflich unglücklich. Ja, sie tragen so gerne und fast stolz diesen Glaubenssatz mit sich selbst. Da ich aber vor allem mit den ausländischen Akademikerinnen arbeite, beziehe ich mich vor allem auf diese Gruppe der ausländischen Bürger in Deutschland.

Warum definieren wir uns “Ausländerinnen” so sehr über unsere Deutschkenntnisse? Ich gehe dieser Frage in diesem Artikel nach.

Profil einer ausländischen Frau somit Bewerberin

 

Jede mir begegnete Frau mit den ausländischen Wurzeln so wie grundsätzlich jeder Mensch ist einzigartig. Es kann nicht verallgemeinert werden. Dennoch:

Stell Dir vor, Du lernst Milena aus Russland kennen. Sie ist ungefähr 35 Jahre alt und lebt seit nicht mal einem Jahr in Deutschland. Warum sie nun ihr Heimatland verlassen hat, spielt für mich als Karriereberaterin oder Mentorin eine wichtige Rolle, jedoch sprengt dieser Aspekt für diesen Artikel den Rahmen. Milena ist eine interessante, intelligente, viel interessierte und ausgebildete Frau. Sie hat ein Masterstudium in ihrem Heimatland Russland erfolgreich studiert und bereits in ihrem Beruf ein paar Jahre gearbeitet. Sie hat sogar in einer anderen Position auch Berufserfahrung sammeln können. Im Ausland sind die Arbeitsmöglichkeiten als Quereinsteiger deutlich gängiger als in Deutschland. Wenn sie von ihrem Berufsleben in Russland spricht, ist sie sehr positiv und selbstbewusst. Sie klingt sogar nostalgisch…

Außer ihrer Muttersprache Russisch verfügt sie über hervorragende Englischkenntnisse und bringt auch die internationale Kompetenz und Sichtweise.

Die meisten Migrantinnen bzw. ausländischen Akademikerinnen sind sehr ehrgeizig und selbstkritisch mit sich selbst zugleich. Milena ist nur eine von vielen. Sie verlangen in der Regel viel zu viel, vor allem von sich selbst. Eigentlich stellen sie sich selbst von Beginn an sehr hohe Anforderungen. Frisch angekommen in Deutschland lernen sie zuerst ehrgeizig Deutsch, um der Gesellschaft und den Deutschen zu demonstrieren, wie gut sie sich integrieren wollen. Sprache ist doch der Schlüssel zur Integration und somit Kommunikation und Sozialisation.  Fließende Deutschkenntnisse oft als Synonym zum Zugang in die berufliche weite Welt. Und hohe Selbstanforderungen sind das gängigste Merkmal einer ausländischen Akademikerin.

So ein Profil einer ausländischen Akademikerin macht mich meistens sehr stolz auf diese Person. Ich bin so oft so positiv beeindruckt und staune über verschiedene Entwicklungen und Lebenswege, die diese Frauen aus dem Ausland mit sich bringen. Es fasziniert mich, in die Lebenssituation und die Vergangenheit dieser Person einzutauchen. Mein Ziel ist, mir ein gesamtes und objektives Bild über das Leben einer frisch angekommenen ausländischen Akademikerin in Deutschland zu machen. Erst dann fühle ich mich wirklich bereit, mit der Beratung und der Betreuung zu starten und nach den besten, passenden Lösungen für die jeweilige Frau zu suchen.

 

Probleme einer ausländischen Bewerberin

 

Ich kenne viele tolle ausgebildete Frauen, die mit ihrem Studium, Abschluss, interessanten und anspruchsvollen Berufserfahrungen nach Deutschland aus verschiedenen Gründen kommen und zuerst stagnieren. Weil sie zuerst nicht arbeiten (können), haben sie viel Zeit, das Neue zu beobachten und über sich selbst in der neuen Umgebung nachzudenken. Sie sind zuerst mit einer völlig anderen Kultur überfordert. Sie können nicht selbstständig und selbstbestimmt wie in ihrem Heimatland leben und sich am Leben in Deutschland beteiligen. Aus diesem Grund wollen sie so schnell wie möglich Deutsch lernen und damit etwas bewegen und verändern. Auf dem Weg zur Integration werden sie regelmäßig mental krank. Es liegt an den hohen Selbstansprüchen, dem Lebenstempo, veränderten Lebenssituation, dem Gefühl unnützlich zu sein, nicht genug gut zu sein. Ja, sie werden letztendlich depressiv und fühlen sich sehr einsam. Sie haben das Gefühl, überflüssig zu sein. Sie gehen in die innere Emigration. Im Endeffekt verlieren diese ausländischen Frauen den Glauben an sich selbst, ihre Kompetenzen, ihren Selbstwert und die Selbstliebe. Das sind ist keine gute Voraussetzung, sich erfolgreich um einen guten Job in einem fremden Land zu bewerben.

Herausforderungen, von denen ausländische Akademikerinnen stehen:

  • Sie bewerben sich Zeit lang gar nicht (aus welchen Gründen auch immer)
  • Sie wissen gar nicht, wie sie mit der Arbeitssuche beginnen und wo sie den (Traum)Job finden können
  • Sie finden gar nicht die Stellen, die zu ihren Lebenssituationen passen oder ihren Qualifikationen entsprechen
  • Sie bewerben sich nicht richtig und angemessen “der deutschen Bewerbungsregeln”
  • Sie glauben selbst nicht daran, dass sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden
  • Sie bekommen zwar die Einladung zum Vorstellungsgespräch, bereiten sich aber nicht für dieses “richtig” vor

 

Träume und Wünsche einer ausländischen Akademikerin

 

Ich vertrete die Meinung, dass jeder Mensch, mit dem Migrationshintergrund oder besser, mit dem Migrationsvordergrund in Deutschland, vor allem aber, die sogenannten Ausländer, die nach Deutschland kommen, um dann eine gute Arbeit zu finden, sollten Deutsch lernen und immer weiter den Wortschatz erweitern. Aber ob das ein fließendes Deutsch sein muss, bin ich nicht der Meinung. Was bedeutet eigentlich “fließend” und was bedeutet auch “nicht gut genug”? Es ist alles relativ.

Wenn ich einen Lernwillen einer motivierten ausländischen Bewerberin wahrnehme, spielt für mich insgesamt das Deutschniveau eine Nebenrolle. Es geht um viel mehr um das Profil dieser Person. Ihr Akzent, die Pausen beim Sprechen, das Versprechen, das sich Zeigen bewusst als Ausländerin, ist für mich viel authentischer und wichtiger. Es ist wichtig, andere positive Aspekte hervorzuheben und mit anderen Punkten und positiven Charakteristika zu kompensieren. Vor allem aber Frauen mit den ausländischen Wurzeln fällt es schwer, die positiven Seiten und Erfolge hervorzuheben.

Wenn eine ausländische ausgebildete Akademikerin in einem Bewerbungsgespräch authentisch ist und Wahrheit sagt, dass sie sehr gerne weiterhin Deutsch lernen möchte, Interesse an dem Land und er Kultur hat, steht meiner Meinung nach nichts im Weg, die gewünschte Arbeit zu bekommen.

Leider hindert dieser Glaubenssatz “Mein Deutsch ist nicht gut genug” alle diese tollen ausländischen Akademikerinnen daran, im Bewerbungsprozess und auf der Arbeitssuche in Deutschland vorwärtszukommen. Sie bewerben sich entweder gar nicht oder suchen nicht erfolgreich nach ihnen passenden adäquaten Jobs oder haben Panik und Versagensängste vor dem Bewerbungsgespräch.

 

Welchen Glaubenssatz hast Du?

Danke, dass Du da bist und meinen Blog liest.

Deine Justyna

Wofür ich Deutschland, mein Einwanderungsland, schätze?

Wofür ich Deutschland, mein Einwanderungsland, schätze?

Ich habe eine Lebensvision, die mit dem Land Deutschland als Einwanderungsland, zusammenhängt. Ich wünsche mir, dass jede/r MigrantIn oder Personen mit der Migrationsgeschichte, mit dem Migrationsvorder- und Hintergrund, Ausländer usw. in Deutschland auch ihren/seinen Platz, eine gute Arbeitsstelle findet und sich somit nicht nur beruflich, aber grundsätzlich ein erfülltes Leben in diesem stabilen, sicheren, so weit entwickelten Land, aufbauen kann. Es ist wichtig, sich in einem fremden Land sehr früh und bewusst wie aktiv um die gute Integration zu kümmern.  Wie die Integration in Deutschland gelingen kann, kannst du gerne in meinem Artikel hier nachlesen.

Was sind meine Beweggründe? Nun ich bin eine von vielen MigrantInnen in der sogenannten deutschen Migrationsgesellschaft, in der ich für mich eine gute Balance zwischen einer anständig bezahlten und meinen Qualifikationen entsprechenden Arbeitsstelle und einem schönen, sicheren und erfüllten Leben, erschaffen habe.

Dieser Blogartikel ist eine weitere Liebeserklärung, nämlich an mein Einwanderungsland, Auswahlland und Wohnrotland, Deutschland. Danke Deutschland, dass ich ein Teil von Dir sein darf.

Meine persönlichen 7 Gründe, Deutschland, als meine Wahlheimat zu schätzen

Deutschland als mein Einwanderungsland, ist ein bedeutungsvoller Teil meiner Multikulturalität gleich neben meinem Heimatland Polen (meine verbloggte Liebeserklärung hier) und neben Spanien, insbesondere Galicien (mein Artikel hierzu).

 

1. Zuverlässigkeit

Die Deutschen und ich sind einfach zuverlässig. Wenn ich ein Wort gebe, halte ich es auch. Ist es nicht toll, sich auf Menschen wirklich verlassen zu können? Meine deutschen Mitmenschen sind einfach genial im Thema der Zuverlässigkeit. Außerdem lieben sie die Ordnung und planen unheimlich viel. Mit der Ordnung und dem vorausschauenden Planen habe ich noch nicht so gut drauf, aber ich bewundere diese Eigenschaft. Ich lerne seit zwanzig Jahren, wie ich mich besser organisieren kann und meinen Urlaub bereits im Januar in Kalender eintragen bzw. konkretisieren soll. Es ist eine Herausforderung für mich, so festzulegen, aber ich sehe und schätze die Vorteile dieses Denkens und Handelns. Hut ab!

 

2. Freiheit, Unabhängigkeit, Anonymität

 

Ich fühle mich so richtig in Deutschland wohl, weil eine meiner führenden Werte Freiheit und (finanzielle) Unabhängigkeit sind. Ich bewundere Deutschland und viele deutsche Menschen für ihre Liebe und ihren Drang, das Leben frei zu gestalten und unabhängig zu leben. Sich niemanden unterordnen zu lassen und den Schicksal in die Hand zu nehmen.

 

3. Wachstum und Fortschritt

 

Ich stehe für Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, berufliche und persönliche Entwicklung. Seit zwanzig Jahren bin ich Zeuge vieler Entwicklungen in diesem Land. Ich habe Deutschland schon in meinem Heimatland für den Fortschritt – wirtschaftlich und menschlich, bewundert.  Deutschland war und ist für mich ein Symbol des Westens, des Wachstums und ich bin ein Teil davon. Ist es nicht schön, in einem so entwickelten und wachsenden Land leben zu dürfen?

Ich denke sonst an all die kompetenten, intelligenten, lernwilligen Menschen. An allen Erfindungen, Patente, Ideen…

Ich denke alle mir bis jetzt begegneten eher älteren, aber geistig sehr fitten Menschen. Da sind meine Nachbarn beide Rentner das beste Beispiel und deren Lebensart und Lebenstempo. Sie sind belesen, sie sind aktiv und bewegen sich viel, essen gesund und konsumieren bewusst.

 

4. Sicherheit

 

Seit meinem ersten Tag in Deutschland bis heute fühle ich mich sicher. Seit mehr als acht Jahren bin ich auch für Kinder verantwortlich und deren Sicherheit. Und diese ist mir in diesem Land geliefert. Es ist natürlich meine Einstellung, aber ich weiß, wie es ist, in anderen Ländern, mich unsicher und bedroht im 21. Jahrhundert zu fühlen.

Stuttgart im Jahr 2011-meine Ankunft am Stuttgarter Bahnhof. Selbst in der Nacht fühle ich mich sicher.

 

5. Objektive Sichtweise und Bewusstsein

 

Ich liebe Deutschland für viel Objektivität generell. Für mich zählen in dieser Kategorie die freien und “seriöse” Medien, Pressefreiheit, deutlich weniger “blöde” Werbung in den Medien oder draußen in den Städten. Für mich gehört hier auch das große Bewusstsein: über den Klimawandel, die Politik, die Gesundheit, die Ernährung;

 

6. Multikulturelle Gesellschaft 

 

Für mich gibt es in Deutschland sehr viel und genug viel Raum für die Toleranz der Andersartigkeit und Multikulturalität gegenüber.

Ich habe erst mit meinen 19 Jahren zu ersten Mal das Ausland betreten. Das war auch gleich mein Einwanderungsland Deutschland. Mental habe ich somit ein neues Universum entdeckt. Da tauchten plötzlich in meinem neuen Leben in Deutschland die andersdenkenden und aussehenden Menschen. Zum ersten Mal traf ich in Wirklichkeit Personen aus anderen Kulturkreisen, mit anderen Hautfarben und mit völlig anderer Religion, Sozialisation und Prägung als meine. Ja, ich denke, ich habe schon auch Kulturschock erlebt. Dieser Kulturschock heißt aber in meiner Variante nun 20 Jahre später – ich bin dankbar für die Fülle und Menge der Vielfalt. Heute schöpfe ich Kraft und Energie, sogar die Motivation für mein berufliches und privates Leben aus dieser bunten Mischung an meinen Mitmenschen.

Wir StadtteilnetzwerkerInnen in Friedrichshafen – Hilfe für Familien unterschiedlicher Herkunftskulturen. Zusammen in einer multikulturellen Gesellschaft. In gemeinsamen Einwanderungsland.

 

7. Kollektives Denken und Handeln

 

Obwohl es in allen Büchern über interkulturelle Unterschiede steht, Deutschland sei individualistisch geprägtes Land, finde ich grade hier in der Gesellschaft diese besondere Eigenschaft des kollektiven Denkens. Die Kollektivität: der Sinn, die Sorge, Beteiligung am allgemeinen Gut, das kollektive Denken an allgemeines Gut in der Gesellschaft.

Ich habe das Beispiel aus Polen oder Spanien: wirft jemand Papier auf die Straße und die Passanten sehen das, sie schauen dann meistens uninteressiert und laufen einfach weiter. Deutschen lieben Regeln und halten sich sehr gerne an sie. Sie helfen der Polizei und machen andere wie bei der Regel mit dem Papier werfen aufmerksam. Ich neige genauso, meine Menschen zu gerne, über deren Fehler zu belehren und lebe mein Gerechtigkeitsbewusstsein sehr aus. Aber ich mache das, weil ich kollektiv an uns, an die Menschheit und Gesellschaft denke.

 

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Das ist der vierte Artikel aus meiner Dankbarkeits- und Multikulturalitätsreihe. Ich habe an der Blogdekade-Challenge von dem Onlinekurs “The Content Society” aus der Blogger-Familie um Judith Peters im Internet als Sympatexter teilgenommen. Bitte schaue bei der Blog-Königin einfach vorbei und lass Dich über zum Bloggen, Online-Business und authentisch Sein inspirieren. Mehr hier: https://thecontentsociety.de/

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Danke, dass Du da bist und meinen Blog liest.

Deine Justyna

Wofür ich Polen, mein Herkunftsland, liebe

Wofür ich Polen, mein Herkunftsland, liebe

Ich bleibe nun in meinem Modus der Dankbarkeit (mein erster Artikel aus dieser Reihe kannst Du hier nachlesen) und schreibe meine erste Liebeserklärung an mein Herkunftsland Polen und wofür ich es schätze, sogar liebe.

Und ja, ich bin da gleich beim Artikel 3 im Rahmen der Blogdekade Challenge von dem Onlinekurs The Content Society aus der Blogger-Familie um Judith Peters im Internet als Sympatexter bekannt. Bitte schaue bei der Blog-Königin einfach vorbei und lass Dich über Bloggen, Online-Business und authentisch Sein im Netz inspirieren. Mehr dazu bitte hier: https://thecontentsociety.de/

Meine persönlichen 8 Gründe, Polen als Teil meiner Multikulturalität zu lieben:

1. Gastfreundlichkeit

In Polen ist der Gast der König. Es wird für den Besucher so gut wie alles besser gemacht.

Ich erinnere mich, dass ich mich sehr für unsere Besucher „anstrengen“ musste. Meine Eltern haben uns beigebracht, dass sich der Besuch bei uns mehr als gut fühlen sollte. Wenn schon jemand sich die Mühe gemacht hat, uns zu besuchen, gilt diesen Menschen das beste und Feinste anzubieten. Wir behandeln tatsächlich jeden sehr „speziell“. Wir haben selbst nicht viel zu Hause gehabt, aber wir haben den Besuch nicht wissen und spüren lassen.

Wenn ich jetzt nach all den Jahren in Deutschland nach Polen zu Besuch in meinem Elternhaus bin, fühle ich mich so besonders schön willkommen und behandelt.

Für mich machen vor allem die Menschen in Polen das Land aus. Meine eigensinnigen Landsleute zeichnet auch das spezielle Zwischenmenschliche aus. Es ist diese feine Leichtigkeit im Umgang miteinander, die ich in meinem Heimatland liebe.

Ich denke da oft an einen Wochenmarkt, wo ich theoretisch nur „einkaufen“ gehe, aber gleichzeitig das Treffen, das Plaudern, das Nachfragen oder sogar ein wenig Gerüchte und Klatschgeschichten erleben kann. Es ist diese Art des Small Talks, das nicht zu direkt, aber warm und herzlich ist und mir das gute Gefühl hinterlässt.

Der Gast ist König in Polen.

2. Polnische Familie

Wenn ich ein Bild von Polen vor Augen habe, sehe ich da einfach meine oder „die Familie“. Ein paar verwandte Menschen zusammen. Ich verbinde Polen sehr stark mit dem Bild der Familie. Für mich ist das Land Polen, das Land meiner Herkunftsfamilie. Meine Vorfahren alle kommen aus Polen. Ich bin selbst dort geboren und habe meine Kindheit dort komplett verbracht. Die Zeit mit der Familie hängt für mich mit dem gemeinsamen Essen zusammen. Ich denke da an alle die gewöhnlichen täglichen Mahlzeiten zu Hause in meiner Stadt Radom. Ich denke aber auch an die festlichen und großen Feierlichkeiten und mit vielem Essen und Trinken. Da ist es wieder dieses vieles zugleich. Polen ist katholisch, aber auch sehr trinkfest. Und dann passiert es. Bei dem gemeinsamen Essen und Trinken entwickelt sich das Gefühl des Zusammenhalts . Man sieht sich nicht oft, aber es verbindet uns alle doch dieses „etwas“. Vielleicht ist das nur das Blut, vielleicht ist da mehr als das und das Herkunftsland.

Nur ein Teil meiner polnischen Familie im Herkunftsland Polen.

3. Polnische Improvisation

Nichts zeichnet mein Heimatland in meinen Augen direkt in Polen sowie im Ausland mehr als die Vorliebe zur Improvisation aus. Ich bin fasziniert, wie viel meinen Landsleuten und mir diese Eigenschaft immer wieder verhilft. Es macht mich stolz, in vielen schwierigeren, ausgangslosen und herausfordernden Momenten doch die polnische improvisierte Art und Weise zu nutzen und eine Lösung zu suchen. Ich behaupte nicht, dass ich da immer eine Lösung finde. Aber der improvisierte Versuch, schon nach einer Lösung zu suchen, ist für mich Halberfolg und Freude pur.

Schon als Kind habe ich aus der Langweile heraus gelernt, für mich zu sorgen und mich kreativ, also aus nichts etwas zu machen, zu beschäftigen. Dabei habe ich auch unbewusst auch gelernt, Improvisation und Kreativität für meine Lage zu nutzen.

4. Offen gezeigte Gefühle und Emotionen

4.1. Lebensfreude

Ich schäme mich in Polen nicht, meine Gefühle offen zu zeigen, mich zu zeigen, wenn ich Freude empfinde. So sehr genieße ich in Polen, die offen gezeigte Gefühle der Freude, des Glücks, das laute Lachen zu erleben. Wenn wir Polen lachen, dann tun wir das meist sehr laut. Wir klatschen spontan, können vor Freude in die Luft hüpfen, ein kleines Tänzchen machen und sich einfach im Moment gehen lassen. Irgendwie können wir schnell in die Kind-Rolle zurückkehren, fast wieder in Pfützen springen, in der Öffentlichkeit laut reden oder mit Fremden scherzen. Und das wurde mir alles irgendwann mal im Laufe der Zeit immer wieder meistens in Deutschland peinlich.

Es wird mir mit diesem Artikel bewusst, wie falsch ich liege und wie sehr ich diese Eigenschaft schätze und doch vermisse und pflegen und offen leben möchte.

Ich möchte mich tagtäglich freuen, weil ich zum Beispiel in einem der sichersten, stabilsten und chancenreichsten Land der Welt leben darf. Aus diesem Grund kann ich mich schon richtig und offen freuen und dankbar sein.

Wenn ich das nächste Mal unerwartet ein Geschenk bekomme, dann zeige ich umso mehr meine Freude körperlich und verbal. Denn das bin Ich.

Meine fröhliche Seite beim Feiern in Polen.

4.2. Melancholie

Ich liebe Polen und polnische Landsleute für unsere Neigung zur Melancholie. Polen haben schon mehr als ein halbes Jahr nicht das beste Wetter und verbringen viel Zeit zu Hause. Da wird es nicht immer schmuddelig, sondern es wird nachdenklich und sinniert. Viele polnische Poeten waren durch die äußeren Bedingungen beeinflusst, ihre kreative und melancholische Seite auszuleben. Ich habe endlich gelernt zu akzeptieren, dass auch ich schon seit dem Jugendalter eine große Portion Melancholie mit mir schleppe. Es fühlt sich gut an, mit dieser Erkenntnis zu leben und sie anzuerkennen. Heute weiß ich, dass mich der polnische große Anteil der Melancholie, insbesondere im Kontext der polnischen Poesie, stark ausmacht.

Ich liebe es einfach, im Herbst und im Winter mich unter Decke, mit einer heißen Teetasse, mit einem Buch bzw. einem Poesieband auf dem Sofa zu beschäftigen.

5. Polnische (Mutter)Sprache

Natürlich liebe ich Polen wegen meiner Muttersprache. Sprache ist ein wichtiger Bestandteil meiner Herkunft und somit meiner Identität. Dank der polnischen Sprache verstehe ich grundsätzlich mein Land, die Kultur und die Menschen. Polnisch steht und bleibt für mich immer an der ersten Stelle. Ich nenne Polnisch oft meine Herzenssprache. Ich fühle und denke auf Polnisch. Mein Herz schlägt auf Polnisch, mein Kopf denkt immer noch größtenteils auf Polnisch.

Ich werde oft gefragt, auf welcher Sprache ich träume. Da ich selten träume, vergesse ich oft. Aber ich würde es sofort antworten, dass es auf Polnisch sein muss.

Wenn ich eine Wahl habe, ein Buch zu lesen, ist es in meinem Fall auch meistens die Vorliebe für polnische Bücher, polnische Schriftsteller also einfach für die polnische Sprache.

6. Unvorhersehbare

Ich liebe Polen und meine polnische Seite für das Bewusstsein bei einem besonderen Bereich. Es geht um den Raum für das Unvorhersehbare und den Glauben allgemein. Viele Polen glauben sehr stark an einen Gott, viele andere glauben an die Existenz einer Macht, Energie, Stärke. Aber die meisten glauben einfach. Es gibt einfach etwas viel Größeres als wir Menschen und dazu gehört der Respekt demgegenüber.

Für mich gehört auch in dieser Kategorie auch der Respekt vor Älteren. Ich wurde erzogen, dass ich jedem älteren Menschen, aber vor allem wirklich den ältesten den größeren Respekt demonstrieren soll. Man weiß ja nicht, wie lange dieser ältere Mensch noch auf dieser Erde sein darf. Also begegnet man ihm mit Würde und Respekt. Daher versuche ich den älteren mir in meiner Umgebung begegneten Menschen ein Grußwort und eine körperliche Vorbeugung zu demonstrieren.

Der “polnische” Glauben.

7. Zugleich

Ich glaube, ich kann diesen Grund nicht wirklich verbal beschreiben. Es muss erlebt und gefühlt werden. Polen ist eine Menschenart, die anders als Südeuropäer oder Westeuropäer ist. Es ist eine Mischung von beiden. Offen für Neues, hungrig auf die Entwicklung und den Fortschritt und gleichzeitig sehr traditionell, familiär, stolz und verwurzelt.

Polen ist wie Ich selbst vieles zugleich. Einerseits traditionsbewusst und andererseits wandelt es sich rasend schnell. Polen ist voller Überraschungen. Es steckt in diesem Land viel mehr. Es ist viel moderner und europäischer, als die meisten Menschen denken.

8. Polnisches Nationalsport – Pilzesammeln

Ein schönes Gefühl des Zusammenhalts in Polen erlebe ich noch bei unserem polnischen Nationalsport. Es ist das gemeinsame Sammeln der Pilze im Wald. Meine polnische Seele bewegt sich grundsätzlich sehr gerne, mag die Natur, vor allem den Wald, und hat sogar noch ein schönes Ziel. Viele Pilze zu sammeln und aus diesen danach etwas Leckeres vorzubereiten.

Glücklich nach dem Pilzesammeln in Polen

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Dieser Blogartikel ist eine verspätete Liebeserklärung an mein Herkunftsland Polen geworden. Danke Polen, dass ich mein Leben in Deiner Umgebung starten konnte.

Frage an Dich liebe/r Blogleser/in

Warst Du bereits in Polen? Kennst Du ein wenig Polen? Wofür könntest Du eventuell Polen schätzen?

Vielen Dank, dass Du da bist und mein Blog liest.

Deine Justyna

Wofür ich meine multikulturelle familiäre Seite des Lebens liebe?

Wofür ich meine multikulturelle familiäre Seite des Lebens liebe?

Das ist der erste Artikel im Rahmen der #Blogdekade Challenge.

Die Blogdekade ist eine Challenge im Onlinekurs The Content Society, in der wir 10 Blogartikel in 10 Tagen schreiben. Tag 1 war gestern, am 21. August 2022. Bis zum 30. August ist es das Ziel, täglich einen Blogartikel zu veröffentlichen.

Schaue unbedingt bei Judith bzw. Sympatexter vorbei und lass Dich zum Thema Bloggen inspirieren:

https://thecontentsociety.de/

Vielleicht ist auch das der erste und letzte Blogpost mit dieser Challenge. Aber ich fühle mich sehr motiviert, an dieser sommerlichen Blog-Herausforderung teilzunehmen. Mein momentaner Aufenthaltsort, die Kombination aus dem Urlaub, dem Familienbesuch, Westen und Osten in meiner Person, das alles trifft stark aufeinander und diese Kombination macht mich sehr, sehr positiv nachdenklich. All das bringt mich dazu, dass ich über meine familiäre Multikulturalität angefangen habe, stark zu reflektieren.

Bist Du neugierig?

Definition meiner Multikulturalität

Ich komme aus Polen, einer mittelgroßen Stadt. Als ich 19 war, kam ich als Au-pair Mädchen nach Deutschland. 2 Jahre später habe ich meinen zukünftigen spanischen Ehemann kennengelernt. So viel in Kürze zu meiner Multikulturalität.
Natürlich, hinter diesen ein paar Aufzählungen steckt viel mehr. Es sind viele Geschichten, emotionale Momente, schwierige und intuitive Entscheidungen, Begegnungen, Erlebnisse, Abenteuer.

Grund für dieses Blog-Thema

Ich möchte mich mit diesem Blogartikel selbst dran erinnern, dass ich meine neu erschaffene familiäre Multikulturalität nicht mehr messen möchte. Diese multikulti Familie und Seite des Lebens habe ich mir selbst aufgebaut. Einiges, wie Vieles im Leben, hat sich einfach ergeben, aber das Meiste zu dem multikulturellen Zustand, war eine intuitive, auf das bauchgefühlbasierte Entscheidung. Das Schicksal hat mich geführt zu dem allen, was ich heute bin. Ich bin ein Teil dieser neu aufgebauten Familie. Und endlich bin ich einfach stolz, glücklich und dankbar für all das, was zu meiner persönlichen Vielfalt und Multikulturalität gehört.

Jetzt ist es anscheinend ein guter Zeitpunkt, diese Erkenntnis über die positive Seite meiner familiären Situation zu zelebrieren.

Ich und Multikulti Touch

Seit vielen Jahren behaupte ich, dass ich eine europäische Bürgerin bin.

Die ersten 19 Jahre lebte ich in Polen, dabei waren viele davon als ein „unbewusstes“ Kind.
Mittlerweile lebe ich über 20 Jahre in Deutschland an der Seite meines spanischen Mannes. In Deutschland sind wir stark durch den süddeutschen Stil und die Kultur geprägt.
Jeden zweiten Sommer verbringen wir regelmäßig in Spanien, genauer in Galicien, der weit nordwestlich gelegenen Region. Die Eltern meines Mannes leben zwar seit über 40 Jahren in Barcelona, aber beide kommen aus Galizien und kehren jeden August dorthin. Den anderen Sommer verbringen wir im zentralen Polen, um meine Familie und die schönen polnischen Ecken zu erkunden.

Wir sind so doch noch oft in Barcelona und reisen gerne zu Freunden in Norddeutschland.

Positive Seiten meiner Multikulturalität

Hier sind die Gründe, wofür ich meinen persönlichen multikulti Zustand liebe und wobei mich meine multikulti familiäre Situation unterstützt und warum ich sie einfach liebe:

  • Ich bezeichne mich als sehr flexibel und anpassungsfähig; Ich übe mich tagtäglich in der Agilität aus – ich jongliere zwischen so vielen Bedürfnissen, Begebenheiten, Menschen aller Klassen; ich bewege mich zwischen unterschiedlichsten Menschenklassen, Menschen mit anderen Werten als meine, Menschen, die völlig andere Interessen und Lebensweisen haben – aber ich bewundere sie immer für eine andere Option, die ich nicht habe oder Weise, die mir fremd ist;
  • Ich lerne immer etwas Neues von diesen allen Menschen;
    Ich fühle mich offen, tolerant und sehr neugierig.
  • Ich hinterfrage vieles; es interessiert mich, was, wer, warum, wieso, weshalb, woher, wie lange, wohin…
    Ich trainiere mein Gehirn und meine mentale Psyche, ich stelle meine Einstellung und mich sehr regelmäßig dem Neuen und fordere mich dadurch selbst heraus.
  • Ich lerne. Ständig. Überall. Ich lerne durch das Beobachten. Ich unterhalte mich, von Tag zu Tag weniger, aber ich höre mehr. Und dadurch lerne ich noch mehr.
  • Ich beobachte alles. Ich beobachte Menschen und Situationen. Ich beobachte, was typisch oder gängig in dem einem Moment in der einen Situation ist. In jedem Land, der Region, am Tag oder in der Nacht. Ich weiß sofort, was angebracht und was weniger gut ist.
  • Durch die viele regionalen Aufenthalte, Familienbesuche und -begegnungen ziehe ich Vergleiche zu früher und später in meinem Leben und sehe sowohl die positive sowie die bedenkliche Entwicklung der Zustände. Ich fühle mich nach jeder Rückkehr nach Hause einfach nur unbeschreiblich dankbar.
  • Ich schätze mich durch diese ständige Vielfalt als glücklich und dankbar. Die Vielfalt in fast allen meinen Lebensbereichen; vor allem aber in dem familiären bzw. privaten Bereich hält sie mich lebendig, tolerant, offen, lernbereit, flexibel.
  • Ich wertschätze die Vielfalt, die ich durch meine (familiäre) Multikulturalität habe.
  • Ich ziehe viel positive Energie aus der vielfältigen Abwechslung und Änderung heraus.
  • Ich fühle mich durch die Vielfalt, Multikulturalität und Abwechslung sehr lebendig und partizipativ am Leben.
  • Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Vielfalt in Bewegung bin und „fit“ bleibe.
  • Ich liebe in die Geschichten, das Leben, den Lebensabschnitt der Menschen aus Polen, meinem familiären Kreis, aus Galizien, aus Barcelona, aus Süddeutschland, aus den allen deutschen und ausländischen Familien, die ich im süddeutschen Raum bis heute begegnet bin, zutiefst einzutauchen.
  • Ich liebe letztendlich meine Geschichte zu teilen, zu analysieren, zu reflektieren, positiv anzusehen, zu zelebrieren, mich und meine kleine neu gegründete Familie für den Mut zu loben, diese multikulti Abenteuer starten.

 

Multikulturelle dankbare Seele

 

Ja, mich begeistert so sehr das Andere, Neue, Unterschiedliche, nicht konventionelle. Meine eigene multikulturell familiäre Situation unterstützt und vertieft dann diese Begeisterung.
Ich zelebriere all die Mutigen, Neugierigen, Interessierten, Laut-Leisen, vielfältigen, multikulturell geprägten Menschen, allen diesen, die offen, tolerant und neugierig sowie ständig lernbereit sind wie ich.

Ein Hoch auf Uns.

Frage an Dich liebe/r Blogleser/in

Wofür liebst Du oder schätzt Du Deine familiäre Seite des Lebens?

Vielen Dank, dass Du da bist und mein Blog liest.

Deine Justyna

Integration in Deutschland: persönliche Anleitung

Integration in Deutschland: persönliche Anleitung

Heute möchte ich meine persönliche Anleitung schreiben, wie Dir als internationale, ausländische/r Frau oder Mann, Fachkraft oder Führungskraft in Deutschland am besten die Integration in Deutschland gelingen kann. Es ist die Erste Hilfe für Dich für die ausreichende Integration in einem noch für Dich fremden Land, in dem Fall, in Deutschland. Natürlich kommt es darauf an, in welcher Situation Du Dich momentan befindest, aber sicherlich findest Du aus den Informationen einiges wertvolles für Dich.

Du brauchst vor allem die drei wichtigsten Themen bzw. Punkte für die gelungene Integration in Deutschland zu beachten und diese bewusst zu pflegen.

1. Deutsch und Business Deutsch

 

Deutsch und Business Deutsch für Integration notwendig

Deutsch und Business Deutsch für Integration in Deutschland notwendig

 

Ich habe sehr viele Fragen im Kopf, die ich von vielen neu angekommen internationalen Fach- und Führungskräften sowie Migrantinnen in Bezug auf die deutschen Sprachkenntnisse höre.

Welche Deutschkenntnisse brauche ich zur guten Integration? Für die Arbeit und für das private Leben?

Wie lerne ich schnell und effektiv Deutsch als Single, Fachkraft oder Führungskraft und mit Arbeit? Single , noch arbeitslos?

Wo lerne ich am besten, schnellsten und effektivsten Deutsch als Mutter?

Wo finde ich die Arbeit?

Es ist wichtig, Deutsch zu sprechen, Deutsch im Alltag anzuwenden, Deutsch in verschiedenen Situationen und mit verschiedenen Menschen zu nutzen, die Unterschiede im Umgang mit Deutsch zu merken. Weiterhin kannst Du Dir schon Gedanken machen, welche Deutschkenntnisse Du für Deine Arbeit brauchst? Hast Du ausreichend Business Deutsch schon gelernt? Es ist nie zu früh, auch Wirtschaftssprache bzw. Berufsdeutsch zu lernen und diese zu verstehen.

Du kannst auch auf meinem Instagram Profil immer wieder ein Post zu Business Deutsch mit Humor finden, in dem ich mich sehr an das Buch von Jens Bergmann orientiere. Da schildere ich Managerdeutsch und was die deutschen Manager und Führungskräfte sehr gerne sprachlich anwenden und für Wörter benutzen.

Was ich Dir sonst empfehlen kann, ist:

  • Höre die Podcasts über Deine Themen, Interessen, Hobbys
  • Schaue Dir gute Fernsehsendungen an
  • Lese und informiere Dich über die für Dich interessanten Themen bereits auf Deutsch in den Blogs
  • Treffe Dich zu einem Kaffee Tandem Austausch – du kannst eine halbe Stunde mit PartnerIn nur Deutsch sprechen, eine weitere halbe Stunde sprecht in dann auf Deine Muttersprache
  • Betreibe überall, wo Du bist ein kurzes Small Talk – selbst auf dem Spielplatz kannst Du mit anderen Müttern und Vätern ein wenig Deutsch trainieren

 

2. Eigeninitiative

 

Die Integration funktioniert nur mit Deiner Eigeninitiative.

 

Ich werde mich ständig wiederholen, aber ich schreibe hier gerne noch ein mal. Wie für alles im Leben, auch für die Integration in Deutschland brauchst Du Initiative zu zeigen. Es passiert nichts ohne Deine Eigeninitiative. Hier ist wirklich Dein konkretes Handeln gefragt.

Denke an Deine private Zeit in Deinem Heimatland? Was hat Dir besonders Spaß gemacht? Jeder Mensch mag von ganzem Herzen etwas gerne in seiner Freizeit machen, egal ob er oder sie in dem fremden oder eigenen Land ist. Es gibt für alles immer Alternativen. Beteilige Dich ganz einfach am “Leben” – was meine ich damit?

Denke nicht an die Probleme, Schwierigkeiten oder Hürden, sondern probiere optimistisch eine Lösung zu finden? Du hast Fitnessstudio in Deinem Heimatland geliebt und in Deutschland kannst Du Dir zuerst nicht leisten? Das ist in Ordnung. Wo kannst Du sonst “umsonst” Sport machen und Dich sogar dabei integrieren? Du kannst selbst die Initiative ergreifen und vorschlagen, ob jemand mit Dir die Sportart betreiben kann. Du kannst Dich einer Sportgruppe anschließen.

Im Sommer habe ich einen top Tipp: organisiere am besten eine Grillparty mit Deinen Nachbarn. Essen, Spaß haben und reden sind die besten Kriterien zur Integration. Offen zuhören. Neugierige Fragen stellen. Da sein. Sich zeigen. Mehr musst Du nichts bei dem Grillen machen. Du selbst sein, mit Deiner internationalen Geschichte bist Du genug interessant.

 

3. Mentorensuche

Ein/e MentorIn unterstützt den Integrationsprozess in Deutschland sehr.

 

Du musst nicht alleine alles für die optimale Integration in Deutschland machen. Es ist gut, sich Hilfe zu holen. Ich bin ein absoluter Fan von Mentoring und empfehle immer, sich relativ schnell eine Mentoring-Unterstützung zu organisieren. Es kann eine selbst organisierte Beziehung sein oder Du kannst Hilfe von organisierten Stellen in Deutschland in Anspruch nehmen. Lies dazu meinen Artikel mit meinen 3 Tipps, wie Du als ausländische ambitionierte Akademikerin oder Person mit dem Migrationsvordergrund in Deutschland, eine Mentorin oder einen zu Dir passenden Mentor tatsächlich finden kannst.

 

Schön, dass Du da bist und mein Blog liest. Vielen Dank.

Justyna

 

7 Gründe, warum ich Business Mentoring für Migrantinnen liebe

7 Gründe, warum ich Business Mentoring für Migrantinnen liebe

Seitdem ich denken kann, liebe ich Menschen bei der Weiterentwicklung mit meinem Wissen und meiner Erfahrung zu unterstützen. Wenn ich insbesondere Frauen mit dem Migrationshintergrund in Deutschland auf dem Weg zur Integration “im Leben” sowie auf dem Arbeitsmarkt begleiten kann, fühle ich mich dabei erfüllt und gebraucht. Als Business Mentorin für Migrantinnen bringe ich selbst die Migrationserfahrung mit, bezeichne mich als eine internationale, ambitionierte Akademikerin mit dem Migrationsvordergrund. Deswegen identifiziere ich mich stark mit allen interessanten, gut qualifizierten, ausgebildeten, ausländischen Frauen, Migrantinnen und Mütter in Deutschland. Deswegen bin ich absoluter Fan von Mentoring.

 

7 Gründe, warum ich Business Mentoring für Migrantinnen liebe

 

Heute teile ich mit Dir, warum ich es liebe, Business Mentorin für Migrantinnen zu sein.

 

1. Ich kann mich optimal in eine Migrantin und ihre Situation in Deutschland hineinversetzen

 

Ich bin sehr empathisch und emotional. Aus diesem Grund kann ich mich ideal in die Situation einer Migrantin, einer Frau mit der Zuwanderungsgeschichte hineinversetzen. Eigentlich ziehe ich in jedem Gespräch mit einer Migrantin den Vergleich zu mir selbst oder zu einer anderen Frau mit den ausländischen Wurzeln. Letztendlich solidarisiere ich automatisch mich mit den ausländischen, internationalen, zugewanderten Frauen, Müttern, Akademikerinnen und drücke allen fest die Daumen, dass es ihnen Deutschland privat sowie beruflich einfach gut gehen sollte. Was jede Migrantin getan hat, um nach Deutschland zu kommen, welche Hindernisse sie bewältigen musste, welche Bedenken, Ängsten, Hoffnungen, Erwartungen, Träumen mit sich trägt  – das ruft in mir einen tiefsten Respekt und die größte Bewunderung wach. Jede zugewanderte Frau, inklusive ich, sei eine einzigartige Kämpferin.

 

So sieht eine integrierte Fachkraft in Deutschland aus. Das bin ich.

So sieht eine integrierte Fachkraft in Deutschland aus. Das bin ich.

 

2. Ich mag der zugewanderten Frau “helfen”

 

Es klingt banal. Es ist aber einfach so. Ich kann im weiten Sinne des Wortes einer zugewanderten Person helfen. Als Business und Berufsmentorin kann ich primär zur Integration im Leben und auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland beitragen. Als Business Mentorin habe ich selbst bereits einige Jahre Berufserfahrung in Deutschland sammeln können. Daher liebe ich es so sehr, meine persönliche Erfahrung weiterzugeben und alle relevanten Informationen über die Integration, den Arbeitsmarkt, den Job, die Bewerbung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu teilen. Gleichzeitig bin ich selbst jedes Mal in der Reflexion und fühle mich dankbar, was ich bisher selbst in Deutschland erreicht und erlebt habe.

 

3.  Ich bin ein Teil der Weiterentwicklung der Mentee

 

Mein Motto ist lebenslanges Lernen für alle Menschen. Es ist aber bekannt, dass grade Frauen nicht überall mal Recht auf Bildung haben und insgesamt mehr benachteiligt sind. Beim Business Mentoring für Deutschland geht es mir nicht um die klassische Bildung. Ich denke da mehr an Wissen fürs Leben und Arbeiten. Dabei habe ich da eine ideale Vorstellung, dass sich jede Migrantin in Deutschland ein erfülltes privates und berufliches Leben aufbauen kann. Für mich gibt es nicht Schöneres als bei der Weiterentwicklung und des persönlichen Wachsens einer Person zuzusehen. Als Personalentwicklerin würde ich sagen, es ist nichts Schöneres eine Migrantin in ihrem Prozess, also auf ihrem Weg zur Erfüllung ihrer privaten und beruflichen Ziele zu begleiten. Wenn ich beobachte, wie eine internationale Frau im Laufe der Zeit sich in Deutschland entwickelt, ihren Horizont erweitert, lernt und wächst, bin ich sehr motiviert. Sobald ich das Vertrauen einer internationalen Frau gewinne, steigt meine Motivation und mein Glaube an meine Mission zum Maximum.

 

4. Ich tauche in die Geschichte der Migrantin ein

 

Jeder Lebenslauf ist anders und für mich hoch spannend. Ich liebe es, von den neuen weiblichen Lebensgeschichte zu hören, in diese einzutauchen, von ihnen zu lernen und diese mit meiner Geschichte zu vergleichen. Meiner Meinung nach liefern Frauen sehr interessanten Porträts, Biografien und Berichte. Für mich ist die Geschichte jeder Frau auf dieser Welt ungewöhnlich. Sosehr ich mich für berühmte, starke, mutige Frauen begeistern kann, begeistere ich mich genauso für die “gewöhnlichen” Frauen, die ich in meinem Alltag und in meiner Mentoringpraxis treffe. Weiterhin habe ich Respekt vor jeder Frau, die aus dem Ausland, aus ihrem Heimatland nach Deutschland kommt. Die Gründe sind unterschiedlich, die sind auch interessant. Aber die Entscheidung, der Mut und der Zeitpunkt sowie ihre Ziele stehen für mich im Mittelpunkt und geben mir viel Energie und Motivation. Ein Teil ihres Lebens, ihrer Geschichte, ihrer Zeit in Deutschland zu sein, ist für mich eine Ehre. Ich kann nur von unseren Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten profitieren. Für mich ist die reale Lebensgeschichte einer Migrantin wie ein guter Dokumentarfilm. Bei diesem Film bekomme ich Übermengen an Spannung und Inspiration.

 

5. Ich kann etwas von andern Fremdsprachen, fremden Kulturen erfahren

 

Ich spreche täglich zwischen zwei oder drei Sprachen. Polnisch ist meine Mutter- und Herzenssprache. Deutsch ist meine zweite Herzens- und Arbeitssprache. Englisch ist meine reine Arbeitssprache. Spanisch ist unsere Familiensprache. Du merkst, das Thema der Fremdsprachen ist bei mir sehr präsent und lebendig. Ich reflektiere viel über die Sprache als Form des Ausdrucks und der Identität, die mit der Sprache zusammen hängt. Mit anderen Worten bringe ich eine große Leidenschaft und Offenheit sowie Interesse für (Fremd) Sprachen mit. Das Thema hängt natürlich mit dem Thema Reisen zusammen. Wenn ich ins neue Land reise, möchte ich zumindest ein paar Worte beherrschen und dadurch mein Interesse und mein Respekt den Menschen dieser Kultur demonstrieren.

Da habe ich Glück und die beste Gelegenheit in Deutschland, Frauen, Mütter, Akademikerinnen und Migrantinnen aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen. Jede spricht mindestens auch eine oder zwei andere Sprachen und ist durch eine mir meisten fremde Kultur geprägt. Natürlich genieße ich sehr, eine polnische, spanische oder lateinamerikanische Frau zu begleiten, zu beraten oder zu coachen. Aber umso mehr freue ich mich auf die Begegnung mit allen anderen. Da ist meine Neugier, Sehnsucht und Fernweh inbegriffen.

 

6. Ich kann die Personal- und Persönlichkeitsentwicklung mit dem Business Deutsch kombinieren

 

Als Scanner Persönlichkeit kann ich durch das Business Mentoring für Migrantinnen mehrere meine Leidenschaften ausleben. Die Kombination zwischen der Personal- und Persönlichkeitsentwicklung und dem Business-Deutsch ist das erste Beispiel. Mentoring ist ein Instrument für die Personal- sowie Persönlichkeitsentwicklung. Also nutze ich es und arbeite mithilfe dieser Methode. Sowohl für mich als auch für die Migrantinnen gilt Deutsch als Fremdsprache. Das Beherrschen der Deutsch-Kenntnisse ist für mich ein Minimum. Aber, sowohl ich als auch viele Migrantinnen, bringe ich viel Ehrgeiz, Ambition und Bewusstsein mit. Es reicht uns nicht nur die deutsche Sprache aus, sondern gleich die Wirtschaftssprache, also Business Deutsch zu beherrschen. Mittlerweile kann ich über Business Deutsch sogar hervorragend lachen – ich bringe da die gesunde Distanz dieser Sprachvariante gegenüber. Dabei vermittle ich den Migrantinnen das Gefühl der Hoffnung, sie können genauso wie ich, einwandfrei Deutsch allgemein und Business Deutsch sprechen und verstehen.

 

7. Ich empfinde einen großen Sinn und die Sinnhaftigkeit im Business Mentoring

 

Das essenzielle Kriterium im Leben grundsätzlich, also im privaten sowie im beruflichen, ist für mich das Gefühl der Sinnhaftigkeit. Ich muss einfach wissen und fühlen, warum ich etwas mache und das kann ich bestens vertreten. Für mich hat es einen enormen Sinn, eine Business-Mentorin für Migrantinnen zu sein. Daher freue ich mich schon auf die kommenden Monate und Jahre sowie die allen neuen Begegnungen mit Migrantinnen in Deutschland.