Monatsrückblick August 2022: Dankbare Auszeit

Monatsrückblick August 2022: Dankbare Auszeit

In diesem Monatsrückblick geht es hauptsächlich um meinen sommerlichen Aufenthalt in Spanien. Ich bin mit meiner Familie am 5. August für drei Wochen weg von zu Hause gefahren und fasse hier diese Zeit, besten Momente, Orte, Augenblicke, Gefühle und zwei wichtige Erkenntnisse dieser Reise, zusammen.

Denn ich bin sehr dankbar für diese Auszeit.

Mein Aufenthalt in August 2022 in Spanien war ansonsten eine Inspiration für einen weiteren Blogartikel über dieses Land: “Warum ich grundsätzlich Spanien, insbesondere Galicien schätze” – den ich bereits hier verbloggt habe.

Spanien, wir fahren!

 

 

Die Fahrt mit dem Auto nach Spanien, genauer nach Galicien, ist sehr lange. Wir haben auf dem Weg ein mal in Frankreich und ein mal in Spanien übernachten wollen. Der Netflix mit der Möglichkeit, Filme mal auf Spanisch oder Polnisch und Deutsch zu schauen, ist eine sehr große Hilfe. Wir haben sehr laut gelacht, weil wir schon lange nicht mehr die bekannte Peppa Pig mit dem allwissenden Papa Pig angeschaut haben.

 

 

Spanien ist weniger von Seen, sondern vom Meer oder vom Ozean bekannt. Wir haben kurz vor der Ankunft, uns entschieden, einen kurzen Aufenthalt bei dem bekannten Lago de Sanabria zu machen. Wir haben lecker gegessen, gebadet und den Ausblick genossen. Der See war traumhaft schön, ruhig für die spanischen Verhältnisse, mit wenigen Besuchern und ideal für uns auf dem Weg zum Endziel.

 

Galicien, wir sind da!

Wir hatten einen wichtigen Termin am Samstag, daher haben wir uns mit der Reise sehr beeilt. Die Schwiegereltern haben nur mit einem Jahr Verspätung wegen des Corona ihre Goldene Hochzeit nachgefeiert. Zu dem Tag gehört viel leckeres Essen, vor allem die Meeresfrüchte und zum Trinken das bekannte Getränke Sidra, also die spanische Bezeichnung für den Apfelschaumwein. Das Fest war schön und wir haben gleich viele Gesichter auf ein Mal gesehen und uns nach langer Zeit wieder wahrgenommen.

Abgeschnitten von der Zivilisation!

 

Wir leben in Galicien, wortwörtlich, abgeschnitten von der Zivilisation, also am Ende der Welt. Galicien ist anonsten dank des santiagowegs bekannter und interessanter geworden.

Wir halten uns im Sommerhaus der Schwiegereltern in Cebreiro auf. In Cebreiro gibt es nicht mehr als zwanzig Häuser, keine Geschäfte und nur ein sogenannter Teleclub. Dieser Teleclub, also ein kleines Gebäude, bildet das Herz dieser Ortschaft. Es wird täglich im Sommer zwischen 16 und 21 Uhr geöffnet. Man kann sich ein Getränk und etwas zum Knabbern kaufen. Das war es aber alles. Es geht um die Begegnung zwischen den Anwohnern oder den Besuchern auch :-). Daneben spielen Kinder auf dem Spielplatz. Nicht mehr. Slow life. Großartig.

 

Wir können aus Cebreiro aus die idyllische Aussicht in Galicien, an der Grenze zu Portugal, genießen. Dieser Sommer war so heiß wie nie zuvor. Nicht mal die Nähe zu den Bergen oder dem Atlantik kühlte die Nächte oder den Morgen. Der Klimawandel ist auch am Ende der Welt angekommen.

Weißt Du, wie wir das täglich frisches Brot in Cebreiro kaufen? Jeden Tag kommt ins Haus, ohne zu klopfen, ein mobiler Verkäufer vorbei und lässt das Baguette entweder direkt oder vor dem Haus liegen. Modern und gleichzeitig persönlich und mit langer Tradition.

Fisch wird auch auf diese Art und Weise verkauft, aber die meisten von uns fahren dann doch raus, um frischen Fisch oder Meeresfrüchte einzukaufen.

 

Minimum ein Mal geht es auch auf dem Berg in La Franqueira, hoch zu der heiligen Maria. Die Legende besagt, dass vor vielen Jahren die heilige Maria dort zu sehen war. Cebreiro ist sehr stolz auf den bekannten und viel besuchte den Nachbarschaftsort.

 

Baden im Fluss

 

Der Fluss in Maceira, nicht weit von Cebreiro, ist sehr kalt. Kinder sind glücklich, weil dort der Badering für 5 € ausgeliehen werden kann. Was für Freude und Abkühlung in dieser spanischen Hitze! Wir haben diesen Ort zum ersten Mal gesehen und waren sehr positiv überrascht.

 

Großstadt, Vigo!

 

 

Minimum ein Mal gehen wir bewusst mit den Kindern ins Zentrum der Stadt Vigo.

Ein der Hautziele des Besuchs in Vigo ist die Buchhandlung “Libros para soñar” – auf Spanisch bedeutet “Bücher zum Träumen”. Der bekannte spanisch-galicische Verlag Kalandraka ist so zu sagen der Patronat dieses zauberhaften Ortes. Wir können uns nur im Urlaub mehr Zeit nehmen, spanische Kinderbücher direkt in die Hand zu nehmen, zu bewundern, zu riechen und viel zu viele davon auszusuchen.

Ich habe selbst angefangen, wieder von meiner eigenen multilingualen Kinderbuchhandlung zu träumen. Die sympathische Beraterin hat sich so offen und sympathisch mit mir unterhalten und mehr als freundlich zum Träumen eingeladen.

Das zweite Hauptziel in Vigo ist der Besuch im Laden von La Chinata. Es ist das grüne Unternehmen aus Extremadura, einer weiteren Region, in Spanien. Das Unternehmen Compañía Oleícola Siglo XXI, das sich im Norden der Provinz Cáceres befindet, pflegt eine hundertjährige Tradition in der Herstellung von extra nativen Olivenölen. La Chinata produziert so gut wie alles aus den Oliven, genauer, aus besten extra nativen Olivenölen.  Da ich grüne Farbe über alles liebe, Oliven als exotische und schön empfinde, bin ich da schnell verliebt. Seit Jahren habe ich die Idee, einen kleinen Laden im Sinne der La Chinata zu haben. Business, mit einer Geschichte, mit greifbarem Produkt, mit völliger Identifikation und Begeisterung.  Somit habe ich wieder angefangen, meinen weiteren Business-Traum lebendig vor Augen zu haben.

Wichtige Erkenntnis

Mein eigens zukünftiges Business, muss folgende Kriterien erfüllen wie Sinn, Geschichte, ein realer, greifbarer, schöner Produkt, meine persönliche 100 % Identifikation usw. Dabei möchte ich flexibel sein, mit meinem Business sowohl in Deutschland, Spanien und Polen einen Ort zum Arbeiten erschaffen. Mein Träumen nimmt grade kein Ende 🙂

 

Strand und Delfine in Cangas

Der Besuch bei Familie in Cangas war wunderschön. Nebenbei haben wir ein unbeschreibliches Highlight erlebt. Ganz spontan haben wir die andere Art der Delfine, die großer Tümmler, gesehen. Die Freude war riesig, alle waren aus dem Häuschen und haben keine Zeit zum Fotografieren, nur zum Staunen!

 

 

Entdeckungsreise durch Nordspanien

 

Wir haben nach fast zwei Wochen die Region Galicien verlassen und uns auf dem Weg nach Hause gemacht. Das Nordspanien ist so vielfältig, interessant und hat unglaublich viel zu entdecken. Wir haben die Region Kantabrien und Baskenland wieder näher kennengelernt.

Kantabrien: Naturpark in Cabaraceno

Ein paar Eindrücke aus dem sehr bekannten Naturpark in Cabarceno, wo ein Tag für die Kinder dort fix reserviert war. Viele Tiere auf unheimlich riesigen Grundstück leben so gut wie fast in der freien Natur. Viele waren gar nicht zu sehen, was an der hitzigen Temperatur lag. Sehr sehens- und empfehlenswert.

 

Liérganes in Kantabrien

Wir sind ganz zufällig oder spontan in Liérganes gelandet. Der Ort gehört aber zu schönsten in Spanien und hat uns sehr gefallen. Aber die Legende von dem Fischmann aus Liérganes hat vor allem die Kinder ziemlich emotional bewegt. Der Fischmensch von Liérganes war, nachdem er auf See verloren war, ein halb Mensch und halb Fisch geworden und nie wieder hat er ein normales Leben geführt … Super aufregend!

              

San Juan de Gaztelugatxe in Baskenland

Schöner Ausblick, das weite, blaue Meer, ein Traumwetter, ein hitziger Tag am Meer. Wir haben ein wenig Strand “gemacht”, viele Selfies geschossen und Junkfood gegessen.

Wäre da die unverständliche baskische Sprache nicht da, wäre die Region Baskenland fast mein Favorit in Spanien.

 

Guernica und Picasso in Baskenland

Wir haben noch in Deutschland einen Dokumentarfilm über den Ort Guernica im Fernseher auf Arte.TV gesehen. Die baskische Stadt wurde im spanischen Bürgerkrieg im März 1937 von deutschen und italienischen Bomben zerstört. Pablo Picassos gleichnamiges Gemälde steht symbolisch für Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Wir wollten beides sehen, die Stadt und das Gemälde. Ein Nachmittag für die Eltern halt.

Meine zweite Erkenntnis ist, dass ich, sowie auch mein Mann, sehr gerne Kunst mögen. Es ist schön, nach so vielen Jahren zusammen zu sein, sich wieder dran zu erinnern, welche Interesse wir als Paar noch vor den Kindern gemeinsam hatten.

 

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Vielen Dank, dass Du da bist und meinen Blog liest.

Deine Justyna

 

Wofür ich Deutschland, mein Einwanderungsland, schätze?

Wofür ich Deutschland, mein Einwanderungsland, schätze?

Ich habe eine Lebensvision, die mit dem Land Deutschland als Einwanderungsland, zusammenhängt. Ich wünsche mir, dass jede/r MigrantIn oder Personen mit der Migrationsgeschichte, mit dem Migrationsvorder- und Hintergrund, Ausländer usw. in Deutschland auch ihren/seinen Platz, eine gute Arbeitsstelle findet und sich somit nicht nur beruflich, aber grundsätzlich ein erfülltes Leben in diesem stabilen, sicheren, so weit entwickelten Land, aufbauen kann. Es ist wichtig, sich in einem fremden Land sehr früh und bewusst wie aktiv um die gute Integration zu kümmern.  Wie die Integration in Deutschland gelingen kann, kannst du gerne in meinem Artikel hier nachlesen.

Was sind meine Beweggründe? Nun ich bin eine von vielen MigrantInnen in der sogenannten deutschen Migrationsgesellschaft, in der ich für mich eine gute Balance zwischen einer anständig bezahlten und meinen Qualifikationen entsprechenden Arbeitsstelle und einem schönen, sicheren und erfüllten Leben, erschaffen habe.

Dieser Blogartikel ist eine weitere Liebeserklärung, nämlich an mein Einwanderungsland, Auswahlland und Wohnrotland, Deutschland. Danke Deutschland, dass ich ein Teil von Dir sein darf.

Meine persönlichen 7 Gründe, Deutschland, als meine Wahlheimat zu schätzen

Deutschland als mein Einwanderungsland, ist ein bedeutungsvoller Teil meiner Multikulturalität gleich neben meinem Heimatland Polen (meine verbloggte Liebeserklärung hier) und neben Spanien, insbesondere Galicien (mein Artikel hierzu).

 

1. Zuverlässigkeit

Die Deutschen und ich sind einfach zuverlässig. Wenn ich ein Wort gebe, halte ich es auch. Ist es nicht toll, sich auf Menschen wirklich verlassen zu können? Meine deutschen Mitmenschen sind einfach genial im Thema der Zuverlässigkeit. Außerdem lieben sie die Ordnung und planen unheimlich viel. Mit der Ordnung und dem vorausschauenden Planen habe ich noch nicht so gut drauf, aber ich bewundere diese Eigenschaft. Ich lerne seit zwanzig Jahren, wie ich mich besser organisieren kann und meinen Urlaub bereits im Januar in Kalender eintragen bzw. konkretisieren soll. Es ist eine Herausforderung für mich, so festzulegen, aber ich sehe und schätze die Vorteile dieses Denkens und Handelns. Hut ab!

 

2. Freiheit, Unabhängigkeit, Anonymität

 

Ich fühle mich so richtig in Deutschland wohl, weil eine meiner führenden Werte Freiheit und (finanzielle) Unabhängigkeit sind. Ich bewundere Deutschland und viele deutsche Menschen für ihre Liebe und ihren Drang, das Leben frei zu gestalten und unabhängig zu leben. Sich niemanden unterordnen zu lassen und den Schicksal in die Hand zu nehmen.

 

3. Wachstum und Fortschritt

 

Ich stehe für Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, berufliche und persönliche Entwicklung. Seit zwanzig Jahren bin ich Zeuge vieler Entwicklungen in diesem Land. Ich habe Deutschland schon in meinem Heimatland für den Fortschritt – wirtschaftlich und menschlich, bewundert.  Deutschland war und ist für mich ein Symbol des Westens, des Wachstums und ich bin ein Teil davon. Ist es nicht schön, in einem so entwickelten und wachsenden Land leben zu dürfen?

Ich denke sonst an all die kompetenten, intelligenten, lernwilligen Menschen. An allen Erfindungen, Patente, Ideen…

Ich denke alle mir bis jetzt begegneten eher älteren, aber geistig sehr fitten Menschen. Da sind meine Nachbarn beide Rentner das beste Beispiel und deren Lebensart und Lebenstempo. Sie sind belesen, sie sind aktiv und bewegen sich viel, essen gesund und konsumieren bewusst.

 

4. Sicherheit

 

Seit meinem ersten Tag in Deutschland bis heute fühle ich mich sicher. Seit mehr als acht Jahren bin ich auch für Kinder verantwortlich und deren Sicherheit. Und diese ist mir in diesem Land geliefert. Es ist natürlich meine Einstellung, aber ich weiß, wie es ist, in anderen Ländern, mich unsicher und bedroht im 21. Jahrhundert zu fühlen.

Stuttgart im Jahr 2011-meine Ankunft am Stuttgarter Bahnhof. Selbst in der Nacht fühle ich mich sicher.

 

5. Objektive Sichtweise und Bewusstsein

 

Ich liebe Deutschland für viel Objektivität generell. Für mich zählen in dieser Kategorie die freien und “seriöse” Medien, Pressefreiheit, deutlich weniger “blöde” Werbung in den Medien oder draußen in den Städten. Für mich gehört hier auch das große Bewusstsein: über den Klimawandel, die Politik, die Gesundheit, die Ernährung;

 

6. Multikulturelle Gesellschaft 

 

Für mich gibt es in Deutschland sehr viel und genug viel Raum für die Toleranz der Andersartigkeit und Multikulturalität gegenüber.

Ich habe erst mit meinen 19 Jahren zu ersten Mal das Ausland betreten. Das war auch gleich mein Einwanderungsland Deutschland. Mental habe ich somit ein neues Universum entdeckt. Da tauchten plötzlich in meinem neuen Leben in Deutschland die andersdenkenden und aussehenden Menschen. Zum ersten Mal traf ich in Wirklichkeit Personen aus anderen Kulturkreisen, mit anderen Hautfarben und mit völlig anderer Religion, Sozialisation und Prägung als meine. Ja, ich denke, ich habe schon auch Kulturschock erlebt. Dieser Kulturschock heißt aber in meiner Variante nun 20 Jahre später – ich bin dankbar für die Fülle und Menge der Vielfalt. Heute schöpfe ich Kraft und Energie, sogar die Motivation für mein berufliches und privates Leben aus dieser bunten Mischung an meinen Mitmenschen.

Wir StadtteilnetzwerkerInnen in Friedrichshafen – Hilfe für Familien unterschiedlicher Herkunftskulturen. Zusammen in einer multikulturellen Gesellschaft. In gemeinsamen Einwanderungsland.

 

7. Kollektives Denken und Handeln

 

Obwohl es in allen Büchern über interkulturelle Unterschiede steht, Deutschland sei individualistisch geprägtes Land, finde ich grade hier in der Gesellschaft diese besondere Eigenschaft des kollektiven Denkens. Die Kollektivität: der Sinn, die Sorge, Beteiligung am allgemeinen Gut, das kollektive Denken an allgemeines Gut in der Gesellschaft.

Ich habe das Beispiel aus Polen oder Spanien: wirft jemand Papier auf die Straße und die Passanten sehen das, sie schauen dann meistens uninteressiert und laufen einfach weiter. Deutschen lieben Regeln und halten sich sehr gerne an sie. Sie helfen der Polizei und machen andere wie bei der Regel mit dem Papier werfen aufmerksam. Ich neige genauso, meine Menschen zu gerne, über deren Fehler zu belehren und lebe mein Gerechtigkeitsbewusstsein sehr aus. Aber ich mache das, weil ich kollektiv an uns, an die Menschheit und Gesellschaft denke.

 

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Das ist der vierte Artikel aus meiner Dankbarkeits- und Multikulturalitätsreihe. Ich habe an der Blogdekade-Challenge von dem Onlinekurs “The Content Society” aus der Blogger-Familie um Judith Peters im Internet als Sympatexter teilgenommen. Bitte schaue bei der Blog-Königin einfach vorbei und lass Dich über zum Bloggen, Online-Business und authentisch Sein inspirieren. Mehr hier: https://thecontentsociety.de/

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Danke, dass Du da bist und meinen Blog liest.

Deine Justyna

Wofür ich Polen, mein Herkunftsland, liebe

Wofür ich Polen, mein Herkunftsland, liebe

Ich bleibe nun in meinem Modus der Dankbarkeit (mein erster Artikel aus dieser Reihe kannst Du hier nachlesen) und schreibe meine erste Liebeserklärung an mein Herkunftsland Polen und wofür ich es schätze, sogar liebe.

Und ja, ich bin da gleich beim Artikel 3 im Rahmen der Blogdekade Challenge von dem Onlinekurs The Content Society aus der Blogger-Familie um Judith Peters im Internet als Sympatexter bekannt. Bitte schaue bei der Blog-Königin einfach vorbei und lass Dich über Bloggen, Online-Business und authentisch Sein im Netz inspirieren. Mehr dazu bitte hier: https://thecontentsociety.de/

Meine persönlichen 8 Gründe, Polen als Teil meiner Multikulturalität zu lieben:

1. Gastfreundlichkeit

In Polen ist der Gast der König. Es wird für den Besucher so gut wie alles besser gemacht.

Ich erinnere mich, dass ich mich sehr für unsere Besucher „anstrengen“ musste. Meine Eltern haben uns beigebracht, dass sich der Besuch bei uns mehr als gut fühlen sollte. Wenn schon jemand sich die Mühe gemacht hat, uns zu besuchen, gilt diesen Menschen das beste und Feinste anzubieten. Wir behandeln tatsächlich jeden sehr „speziell“. Wir haben selbst nicht viel zu Hause gehabt, aber wir haben den Besuch nicht wissen und spüren lassen.

Wenn ich jetzt nach all den Jahren in Deutschland nach Polen zu Besuch in meinem Elternhaus bin, fühle ich mich so besonders schön willkommen und behandelt.

Für mich machen vor allem die Menschen in Polen das Land aus. Meine eigensinnigen Landsleute zeichnet auch das spezielle Zwischenmenschliche aus. Es ist diese feine Leichtigkeit im Umgang miteinander, die ich in meinem Heimatland liebe.

Ich denke da oft an einen Wochenmarkt, wo ich theoretisch nur „einkaufen“ gehe, aber gleichzeitig das Treffen, das Plaudern, das Nachfragen oder sogar ein wenig Gerüchte und Klatschgeschichten erleben kann. Es ist diese Art des Small Talks, das nicht zu direkt, aber warm und herzlich ist und mir das gute Gefühl hinterlässt.

Der Gast ist König in Polen.

2. Polnische Familie

Wenn ich ein Bild von Polen vor Augen habe, sehe ich da einfach meine oder „die Familie“. Ein paar verwandte Menschen zusammen. Ich verbinde Polen sehr stark mit dem Bild der Familie. Für mich ist das Land Polen, das Land meiner Herkunftsfamilie. Meine Vorfahren alle kommen aus Polen. Ich bin selbst dort geboren und habe meine Kindheit dort komplett verbracht. Die Zeit mit der Familie hängt für mich mit dem gemeinsamen Essen zusammen. Ich denke da an alle die gewöhnlichen täglichen Mahlzeiten zu Hause in meiner Stadt Radom. Ich denke aber auch an die festlichen und großen Feierlichkeiten und mit vielem Essen und Trinken. Da ist es wieder dieses vieles zugleich. Polen ist katholisch, aber auch sehr trinkfest. Und dann passiert es. Bei dem gemeinsamen Essen und Trinken entwickelt sich das Gefühl des Zusammenhalts . Man sieht sich nicht oft, aber es verbindet uns alle doch dieses „etwas“. Vielleicht ist das nur das Blut, vielleicht ist da mehr als das und das Herkunftsland.

Nur ein Teil meiner polnischen Familie im Herkunftsland Polen.

3. Polnische Improvisation

Nichts zeichnet mein Heimatland in meinen Augen direkt in Polen sowie im Ausland mehr als die Vorliebe zur Improvisation aus. Ich bin fasziniert, wie viel meinen Landsleuten und mir diese Eigenschaft immer wieder verhilft. Es macht mich stolz, in vielen schwierigeren, ausgangslosen und herausfordernden Momenten doch die polnische improvisierte Art und Weise zu nutzen und eine Lösung zu suchen. Ich behaupte nicht, dass ich da immer eine Lösung finde. Aber der improvisierte Versuch, schon nach einer Lösung zu suchen, ist für mich Halberfolg und Freude pur.

Schon als Kind habe ich aus der Langweile heraus gelernt, für mich zu sorgen und mich kreativ, also aus nichts etwas zu machen, zu beschäftigen. Dabei habe ich auch unbewusst auch gelernt, Improvisation und Kreativität für meine Lage zu nutzen.

4. Offen gezeigte Gefühle und Emotionen

4.1. Lebensfreude

Ich schäme mich in Polen nicht, meine Gefühle offen zu zeigen, mich zu zeigen, wenn ich Freude empfinde. So sehr genieße ich in Polen, die offen gezeigte Gefühle der Freude, des Glücks, das laute Lachen zu erleben. Wenn wir Polen lachen, dann tun wir das meist sehr laut. Wir klatschen spontan, können vor Freude in die Luft hüpfen, ein kleines Tänzchen machen und sich einfach im Moment gehen lassen. Irgendwie können wir schnell in die Kind-Rolle zurückkehren, fast wieder in Pfützen springen, in der Öffentlichkeit laut reden oder mit Fremden scherzen. Und das wurde mir alles irgendwann mal im Laufe der Zeit immer wieder meistens in Deutschland peinlich.

Es wird mir mit diesem Artikel bewusst, wie falsch ich liege und wie sehr ich diese Eigenschaft schätze und doch vermisse und pflegen und offen leben möchte.

Ich möchte mich tagtäglich freuen, weil ich zum Beispiel in einem der sichersten, stabilsten und chancenreichsten Land der Welt leben darf. Aus diesem Grund kann ich mich schon richtig und offen freuen und dankbar sein.

Wenn ich das nächste Mal unerwartet ein Geschenk bekomme, dann zeige ich umso mehr meine Freude körperlich und verbal. Denn das bin Ich.

Meine fröhliche Seite beim Feiern in Polen.

4.2. Melancholie

Ich liebe Polen und polnische Landsleute für unsere Neigung zur Melancholie. Polen haben schon mehr als ein halbes Jahr nicht das beste Wetter und verbringen viel Zeit zu Hause. Da wird es nicht immer schmuddelig, sondern es wird nachdenklich und sinniert. Viele polnische Poeten waren durch die äußeren Bedingungen beeinflusst, ihre kreative und melancholische Seite auszuleben. Ich habe endlich gelernt zu akzeptieren, dass auch ich schon seit dem Jugendalter eine große Portion Melancholie mit mir schleppe. Es fühlt sich gut an, mit dieser Erkenntnis zu leben und sie anzuerkennen. Heute weiß ich, dass mich der polnische große Anteil der Melancholie, insbesondere im Kontext der polnischen Poesie, stark ausmacht.

Ich liebe es einfach, im Herbst und im Winter mich unter Decke, mit einer heißen Teetasse, mit einem Buch bzw. einem Poesieband auf dem Sofa zu beschäftigen.

5. Polnische (Mutter)Sprache

Natürlich liebe ich Polen wegen meiner Muttersprache. Sprache ist ein wichtiger Bestandteil meiner Herkunft und somit meiner Identität. Dank der polnischen Sprache verstehe ich grundsätzlich mein Land, die Kultur und die Menschen. Polnisch steht und bleibt für mich immer an der ersten Stelle. Ich nenne Polnisch oft meine Herzenssprache. Ich fühle und denke auf Polnisch. Mein Herz schlägt auf Polnisch, mein Kopf denkt immer noch größtenteils auf Polnisch.

Ich werde oft gefragt, auf welcher Sprache ich träume. Da ich selten träume, vergesse ich oft. Aber ich würde es sofort antworten, dass es auf Polnisch sein muss.

Wenn ich eine Wahl habe, ein Buch zu lesen, ist es in meinem Fall auch meistens die Vorliebe für polnische Bücher, polnische Schriftsteller also einfach für die polnische Sprache.

6. Unvorhersehbare

Ich liebe Polen und meine polnische Seite für das Bewusstsein bei einem besonderen Bereich. Es geht um den Raum für das Unvorhersehbare und den Glauben allgemein. Viele Polen glauben sehr stark an einen Gott, viele andere glauben an die Existenz einer Macht, Energie, Stärke. Aber die meisten glauben einfach. Es gibt einfach etwas viel Größeres als wir Menschen und dazu gehört der Respekt demgegenüber.

Für mich gehört auch in dieser Kategorie auch der Respekt vor Älteren. Ich wurde erzogen, dass ich jedem älteren Menschen, aber vor allem wirklich den ältesten den größeren Respekt demonstrieren soll. Man weiß ja nicht, wie lange dieser ältere Mensch noch auf dieser Erde sein darf. Also begegnet man ihm mit Würde und Respekt. Daher versuche ich den älteren mir in meiner Umgebung begegneten Menschen ein Grußwort und eine körperliche Vorbeugung zu demonstrieren.

Der “polnische” Glauben.

7. Zugleich

Ich glaube, ich kann diesen Grund nicht wirklich verbal beschreiben. Es muss erlebt und gefühlt werden. Polen ist eine Menschenart, die anders als Südeuropäer oder Westeuropäer ist. Es ist eine Mischung von beiden. Offen für Neues, hungrig auf die Entwicklung und den Fortschritt und gleichzeitig sehr traditionell, familiär, stolz und verwurzelt.

Polen ist wie Ich selbst vieles zugleich. Einerseits traditionsbewusst und andererseits wandelt es sich rasend schnell. Polen ist voller Überraschungen. Es steckt in diesem Land viel mehr. Es ist viel moderner und europäischer, als die meisten Menschen denken.

8. Polnisches Nationalsport – Pilzesammeln

Ein schönes Gefühl des Zusammenhalts in Polen erlebe ich noch bei unserem polnischen Nationalsport. Es ist das gemeinsame Sammeln der Pilze im Wald. Meine polnische Seele bewegt sich grundsätzlich sehr gerne, mag die Natur, vor allem den Wald, und hat sogar noch ein schönes Ziel. Viele Pilze zu sammeln und aus diesen danach etwas Leckeres vorzubereiten.

Glücklich nach dem Pilzesammeln in Polen

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Dieser Blogartikel ist eine verspätete Liebeserklärung an mein Herkunftsland Polen geworden. Danke Polen, dass ich mein Leben in Deiner Umgebung starten konnte.

Frage an Dich liebe/r Blogleser/in

Warst Du bereits in Polen? Kennst Du ein wenig Polen? Wofür könntest Du eventuell Polen schätzen?

Vielen Dank, dass Du da bist und mein Blog liest.

Deine Justyna

Wofür ich Spanien, insbesondere Galicien, schätze?

Wofür ich Spanien, insbesondere Galicien, schätze?

Ich habe das Glück, seit vielen Jahren als gebürtige Polin wohnhaft in Deutschland, regelmäßig in Spanien zu sein. Natürlich sind das in den meisten Fällen die klassischen Familienbesuche. Ich habe diese Zeit bei den Familien sehr lange als Urlaub definiert. Mittlerweile differenziere ich zwischen dem Familienbesuch und dem Urlaub. Nichtsdestotrotz, mir geht es um die Begegnung, um die regelmäßige Beziehung zu einem Land und dessen Kultur, um die Zeit, die man regelmäßig in diesem einen Land immer wieder verbringt. Heute konzentriere ich mich auf Spanien, woher ich auch diesen Artikel direkt schreibe.

Dakbarkeits- und Multikulturalitätsreihe

Ich bleibe nun in meinem Modus der Dankbarkeit (mein erster Artikel warum ich grundsätzlich für meine Multikulturalität dankbar bin, kannst Du gerne hier nachlesen) und schreibe sehr bewusst und sehr gerne weiter, warum und wofür ich nach all den Jahren meiner Bekanntschaft und Beziehung mit Spanien, dieses Land, insbesondere die Region Galicien, schätze.

Und ja, ich bin da gleich beim Tag 2 im Rahmen der Blokdekade Challenge von dem Onlinekurs The Content Society gelandet. Es ist meine Blogger Familie um Judith Peters im Internet als Sympatexter bekannt, die ich anscheinend wie grade im Urlaub, nicht vergessen kann 🙂

Bitte schaue bei der Blog-Königin Judith einfach vorbei und lass Dich zum Bloggen, Online Business und Authentisch Sein im Netz inspierieren. Mehr hier: https://thecontentsociety.de/

Meine persönlichen 7 Gründe, Spanien als Teil meiner Multikulturalität zu schätzen

1. Vielseitigkeit der Landschaft

 

Weite, Breite, Bergen und Ozean sowie Wind und Brise.

Wenn ich in Galizien bin, habe ich das Gefühl, genügend Platz zu haben. Genug Raum zum Laufen, Sehen, Atmen. Ich fühle mich als kleiner Teil des Universums und empfinde auch großen Respekt vor der Natur. Die Höhe der Bergen, die Vorhersehbarkeit des Bergklimas, die knallende Sonne, die grüne Farbe weit und breit.

Das Dorf Cebreiro und “der” Ausblick.

 

Und wenn ich unbedingt will, bin ich dann auch in einer Stunde am Meer, sogar am Atlantik Ozean und sehe wiederum die knallende blaue Farbe.

 

Herrlicher Blick. Nach einem tollen Tag in bester Gesellschaft in Cangas.

 

Ich glaube, ich genieße es einfach in den wenigen Momenten, die wenigen Menschen in dem galicischen Dorf zu treffen. Ein anderer Fall ist es wiederum bei einem Familientreffen 🙂

 

Weite ud Breite. Ruhe. Die gute Mutter NATUR.

 

Mein Highlight ist definitiv der freie Zugang zu den Wasserquellen. Stell Dir einfach vor, vor Deinem Haus fließt immer ein sauberes, erfrischendes, bergiges Wasser und Du kannst die Flasche mit diesem befüllen und genießen. So, so dankbar dafür!

 

Laufende Wasserquelle. Mein Favorit. Mein Lieblingsort.

2. Gutes, angenehmes Klima

 

In Galicien bin ich meistens in August, im vollen Sommer. Da ist es heiß. Dieses Jahr sogar sehr heiß oder zu heiß für die Region. Galizien ist sonst für Regen und nicht besonders schönes Wetter bekannt. Manchmal nenne ich in Gesprächen die Region Galizien auch die grüne spanische Irland.

Aber im Großen und Ganzen ist das Klima für uns „Urlauber“ oder „Besucher“ einfach nur angenehm. Ich genieße, die Wäsche am Morgen aufzuhängen und spätestens vor dem Mittagsessen abzuhängen. Sonst wird sie zu trocken! Ist das nicht toll?

3. Vielseitigkeit und Andersartigkeit der Pflanzenwelt

 

Vielfalt und Andersartigkeit der Pflanzenwelt begeistert mich sehr. Natürlich kann ich mich schneller als jede/r SpanierIn für die ganze Exotik begeistern, schließlich komme ich und wohne ich in Mittel und nicht Südeuropa. Da ich aber die grüne Farbe über alles liebe, kann ich ständig meine Augen erfreuen. In Galizien gibt es mehrere schöne, einzigartige Nuancen der grünen Farbe.

Mein Lieblingsbaum ist der Eukalyptus, sein Duft und Rauschen sind ein Genuss.

Dass die Zitronen oder Pomelos oder die Feigen am Baum einfach im Gemüse bzw. Obstgarten vor dem Haus zu sehen und zu finden sind, ist es für mich mehr als spektakulär.

 

Die exotischen Früchte am Baum. Immer noch faszinierend!

 

Solche Blumenpracht würde ich auch gerne haben.

4. Gutes Essen und Trinken

 

Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch aus dem Bauernhof des Onkels; Gemüse aus dem eigenen Anbau (Tomaten, Zwiebel, Kartoffeln, Bohnen, Mangold usw. ) – alles bester “Qualität“

In Spanien trinke ich sehr gerne zum Essen so viel Wein wie ein ganzes Jahr in Deutschland. Am Abend hat sich gut das galizische Bier positioniert und auf dem Festen genieße ich den Apfelwein, für den ich mich sofort begeistern kann.

Ich glaube, jede/r kann bestätigen, dass grundsätzlich die Südeuropäer gut wissen, Leben mit dem guten Essen und Trinken zu genießen. Ich gehöre zu dieser Sorte auch!

Das Essen ist ausgefallen und nur LECKER!

 

5. Nähe zu den Tieren

 

In Spanien darf jeder Mensch und vor allem jedes Kind ungefragt einen Hund streicheln und sich ein paar Minuten mit diesem beschäftigen. In Galicien zum Beispiel auf dem Land laufen sehr viele Hunde einfach frei; ein Haushalt hat Minimum einen Hund und mehrere Katzen; Je nach Möglichkeiten beschafft sich eine Familie weitere Tiere, vor allem Schafe, Ziegen, Hühner und Kaninchen. Das „zu Hause“ produzierte Fleisch hat einen hohen Stellenwert.

Ich mag dieses Bild für die untergehende Sonne, gelbe Hausfarbe, Hof und Hund.

 

 

6. (Gast)Freundlichkeit und Herzlichkeit

 

Offenheit, Spontanität und Leichtigkeit im Umgang mit Menschen machen dieses Land aus. Ich schöpfe so viel aus dem Zwischenmenschlichen. In Spanien kehrt die Lust und der Glaube an den Menschen an sich. Ein leichtes, ungezwungenes Small Talk ist da eine Normalität.

Ich werde außerdem so oft einfach beschenkt. Ohne Grund. Meisten Menschen wollen einfach teilen. Sie wissen oder spüren vielleicht, dass ich mich über diese kleinen, einfachen, vom Herzen kommenden Geschenke mehr als freue, diese so groß schätze und das Moment des Beschenkt zu sein, offen zelebriere.

 

 

7. Spiritualität und eine zumutbare Religiosität

 

Die Spiritualität und eine „gesunde“ Variante der Religiosität gemischt mit einem mir bekannten Aberglauben aus Polen (Hexen) – für mich eine ideale Kombination aus diesem Lebensbereich.

Spanien ist zumindest theoretisch auch wie Polen sehr katholisch. Ich sehe da aber viel mehr die liberale und leichte Beziehung zur Kirche und der Religion. Ich sehe viel mehr Spiritualität und spüre grade in Galicien stark den Glauben unter den Menschen. Glauben an Gott, Universum und sogar an die Macht der Hexen.

Es berührt mich jedes Mal nach all den Jahren (20 Jahren genau), dass in einem kleinem galicischen Dorf, das Erscheinen der heiligen Maria in Bergen, auch dort hoch in den Bergen, festlich zelebriert wird. Für meine kleine Familie und mich ist der kurze Besuch oben auf dem Berg bei der heiligen Maria ein Muss auf der Agenda.

Ein Moment der anderen Stille auf dem Berg.

***

 

Ich fühle mich mittlerweile sehr wohl, körperlich und seelisch, in Galicien. Vielleicht musste es in meinem Fall die dankbare Haltung oder Einstellung reifen. Vielleicht musste ich zuerst mal eine lange coronabedingte Pause von Spanien und Reisen haben. Vielleicht musste ich wirklich krank sein, wie ich war, um alles im Leben neu zu sehen und wertzuschätzen?

Vielleicht alle diese drei Gründe zusammen?

Wer weiss…

Ich und das galicische Dorf. Eine besondere Beziehung.

Was denkst du liebe/r Blogleser/in?

Vielen Dank, dass Du da bist und meinen Blog liest.

Deine Justyna

Wofür ich meine multikulturelle familiäre Seite des Lebens liebe?

Wofür ich meine multikulturelle familiäre Seite des Lebens liebe?

Das ist der erste Artikel im Rahmen der #Blogdekade Challenge.

Die Blogdekade ist eine Challenge im Onlinekurs The Content Society, in der wir 10 Blogartikel in 10 Tagen schreiben. Tag 1 war gestern, am 21. August 2022. Bis zum 30. August ist es das Ziel, täglich einen Blogartikel zu veröffentlichen.

Schaue unbedingt bei Judith bzw. Sympatexter vorbei und lass Dich zum Thema Bloggen inspirieren:

https://thecontentsociety.de/

Vielleicht ist auch das der erste und letzte Blogpost mit dieser Challenge. Aber ich fühle mich sehr motiviert, an dieser sommerlichen Blog-Herausforderung teilzunehmen. Mein momentaner Aufenthaltsort, die Kombination aus dem Urlaub, dem Familienbesuch, Westen und Osten in meiner Person, das alles trifft stark aufeinander und diese Kombination macht mich sehr, sehr positiv nachdenklich. All das bringt mich dazu, dass ich über meine familiäre Multikulturalität angefangen habe, stark zu reflektieren.

Bist Du neugierig?

Definition meiner Multikulturalität

Ich komme aus Polen, einer mittelgroßen Stadt. Als ich 19 war, kam ich als Au-pair Mädchen nach Deutschland. 2 Jahre später habe ich meinen zukünftigen spanischen Ehemann kennengelernt. So viel in Kürze zu meiner Multikulturalität.
Natürlich, hinter diesen ein paar Aufzählungen steckt viel mehr. Es sind viele Geschichten, emotionale Momente, schwierige und intuitive Entscheidungen, Begegnungen, Erlebnisse, Abenteuer.

Grund für dieses Blog-Thema

Ich möchte mich mit diesem Blogartikel selbst dran erinnern, dass ich meine neu erschaffene familiäre Multikulturalität nicht mehr messen möchte. Diese multikulti Familie und Seite des Lebens habe ich mir selbst aufgebaut. Einiges, wie Vieles im Leben, hat sich einfach ergeben, aber das Meiste zu dem multikulturellen Zustand, war eine intuitive, auf das bauchgefühlbasierte Entscheidung. Das Schicksal hat mich geführt zu dem allen, was ich heute bin. Ich bin ein Teil dieser neu aufgebauten Familie. Und endlich bin ich einfach stolz, glücklich und dankbar für all das, was zu meiner persönlichen Vielfalt und Multikulturalität gehört.

Jetzt ist es anscheinend ein guter Zeitpunkt, diese Erkenntnis über die positive Seite meiner familiären Situation zu zelebrieren.

Ich und Multikulti Touch

Seit vielen Jahren behaupte ich, dass ich eine europäische Bürgerin bin.

Die ersten 19 Jahre lebte ich in Polen, dabei waren viele davon als ein „unbewusstes“ Kind.
Mittlerweile lebe ich über 20 Jahre in Deutschland an der Seite meines spanischen Mannes. In Deutschland sind wir stark durch den süddeutschen Stil und die Kultur geprägt.
Jeden zweiten Sommer verbringen wir regelmäßig in Spanien, genauer in Galicien, der weit nordwestlich gelegenen Region. Die Eltern meines Mannes leben zwar seit über 40 Jahren in Barcelona, aber beide kommen aus Galizien und kehren jeden August dorthin. Den anderen Sommer verbringen wir im zentralen Polen, um meine Familie und die schönen polnischen Ecken zu erkunden.

Wir sind so doch noch oft in Barcelona und reisen gerne zu Freunden in Norddeutschland.

Positive Seiten meiner Multikulturalität

Hier sind die Gründe, wofür ich meinen persönlichen multikulti Zustand liebe und wobei mich meine multikulti familiäre Situation unterstützt und warum ich sie einfach liebe:

  • Ich bezeichne mich als sehr flexibel und anpassungsfähig; Ich übe mich tagtäglich in der Agilität aus – ich jongliere zwischen so vielen Bedürfnissen, Begebenheiten, Menschen aller Klassen; ich bewege mich zwischen unterschiedlichsten Menschenklassen, Menschen mit anderen Werten als meine, Menschen, die völlig andere Interessen und Lebensweisen haben – aber ich bewundere sie immer für eine andere Option, die ich nicht habe oder Weise, die mir fremd ist;
  • Ich lerne immer etwas Neues von diesen allen Menschen;
    Ich fühle mich offen, tolerant und sehr neugierig.
  • Ich hinterfrage vieles; es interessiert mich, was, wer, warum, wieso, weshalb, woher, wie lange, wohin…
    Ich trainiere mein Gehirn und meine mentale Psyche, ich stelle meine Einstellung und mich sehr regelmäßig dem Neuen und fordere mich dadurch selbst heraus.
  • Ich lerne. Ständig. Überall. Ich lerne durch das Beobachten. Ich unterhalte mich, von Tag zu Tag weniger, aber ich höre mehr. Und dadurch lerne ich noch mehr.
  • Ich beobachte alles. Ich beobachte Menschen und Situationen. Ich beobachte, was typisch oder gängig in dem einem Moment in der einen Situation ist. In jedem Land, der Region, am Tag oder in der Nacht. Ich weiß sofort, was angebracht und was weniger gut ist.
  • Durch die viele regionalen Aufenthalte, Familienbesuche und -begegnungen ziehe ich Vergleiche zu früher und später in meinem Leben und sehe sowohl die positive sowie die bedenkliche Entwicklung der Zustände. Ich fühle mich nach jeder Rückkehr nach Hause einfach nur unbeschreiblich dankbar.
  • Ich schätze mich durch diese ständige Vielfalt als glücklich und dankbar. Die Vielfalt in fast allen meinen Lebensbereichen; vor allem aber in dem familiären bzw. privaten Bereich hält sie mich lebendig, tolerant, offen, lernbereit, flexibel.
  • Ich wertschätze die Vielfalt, die ich durch meine (familiäre) Multikulturalität habe.
  • Ich ziehe viel positive Energie aus der vielfältigen Abwechslung und Änderung heraus.
  • Ich fühle mich durch die Vielfalt, Multikulturalität und Abwechslung sehr lebendig und partizipativ am Leben.
  • Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Vielfalt in Bewegung bin und „fit“ bleibe.
  • Ich liebe in die Geschichten, das Leben, den Lebensabschnitt der Menschen aus Polen, meinem familiären Kreis, aus Galizien, aus Barcelona, aus Süddeutschland, aus den allen deutschen und ausländischen Familien, die ich im süddeutschen Raum bis heute begegnet bin, zutiefst einzutauchen.
  • Ich liebe letztendlich meine Geschichte zu teilen, zu analysieren, zu reflektieren, positiv anzusehen, zu zelebrieren, mich und meine kleine neu gegründete Familie für den Mut zu loben, diese multikulti Abenteuer starten.

 

Multikulturelle dankbare Seele

 

Ja, mich begeistert so sehr das Andere, Neue, Unterschiedliche, nicht konventionelle. Meine eigene multikulturell familiäre Situation unterstützt und vertieft dann diese Begeisterung.
Ich zelebriere all die Mutigen, Neugierigen, Interessierten, Laut-Leisen, vielfältigen, multikulturell geprägten Menschen, allen diesen, die offen, tolerant und neugierig sowie ständig lernbereit sind wie ich.

Ein Hoch auf Uns.

Frage an Dich liebe/r Blogleser/in

Wofür liebst Du oder schätzt Du Deine familiäre Seite des Lebens?

Vielen Dank, dass Du da bist und mein Blog liest.

Deine Justyna

Montasrückblick Juli 2022. Aktiv im Sommer

Montasrückblick Juli 2022. Aktiv im Sommer

Der Juli war ein Monat, in dem für mich sehr viel passiert ist, sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben.

Im Monat Juli ist es wieder einiges passiert, sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben. Ich war aktiv in vielen Lebensbereichen und habe mich bemüht, eine Balance zwischen mehreren Baustellen im Leben zu finden.

Aktiv in Bergen

Gleich am ersten Wochenende waren wir als Familie zu viert zusammen mit unseren Nachbarn und deren Kindern in der Nachbarschaftsregion, Allgäu, wandern. Wir haben uns wieder für eine ziemlich leichte Kinderwanderung geeinigt, die auch in dem Wanderbuch vom Wandaverlag empfohlen wird. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich mich sehr gerne von dem Wandern-Ratgeber für die Kinder geeignete Routen in den Bergen inspiriere. Meine Motivation als Scannerpersönlichkeit (LINK zu MARITA) hält gerade stark an und ich habe bereits ein paar Wanderideen parat. Der Sommer dauert ja noch ein wenig. Es hat mir unheimlich Freude bereitet, uns mit unseren englischsprachigen, internationalen Nachbarn intensiver zu sozialisieren und einfach gemeinsam einen Sonntag zu verbringen. Am Ende haben wir den Kindern euphorisch mitgeteilt, dass wir bei der Hitze wirklich fast 10 km geschafft haben.

Aktiv mental

Weiterhin war ich im Juli schnell bei einem Live im Instagram über Human Design und Passion-Business entschlossen, mehr über mein eigenes Human Design Profil zu erfahren. Gesagt, getan. Dabei war diese Entscheidung auch sehr typisch für den Manifestierenden Generator, der ich laut der Typologie bin. Es bedeutet, dass ich sehr schnell, sogar sofort, gleich im Laufe des Live Treffens, gespürt, gewusst und überzeugt war, eine erfahrene Human Design Coach in Anspruch zu nehmen. Mein Bauchgefühl, mein ganzer Körper und sogar die innere Stimme oder die Intuition haben mir sofort bei der Entscheidung geholfen. Ich musste nicht dabei über die Nacht schlafen und überlegen. Wenn es sich für mich als manifestierende Generator etwas gleich SEHR GUT anfühlt, ist es sehr sicher, dass ich richtig liege und dem Ganzen einfach nur vertrauen kann.

Die Erfahrung einer zweieinhalb stündigen Lesung auf meine Muttersprache Polnisch war grandios. So viel oder besser, alles, war so richtig und erleichternd zu hören, zu erfahren und als Bestätigung gehört und verinnerlicht zu haben. Mein Plan ist es nun, mich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ob ich als bereits erwähnte Scanner Persönlichkeit dabei bleibe, wird nur die Zeit zeigen.

 

Sozial und seelenverwandt

An einem anderen Wochenende hatte ich das Privileg, alleine zu einer Freundin mit dem Zug zu fahren. Einerseits hatte ich fast zwei Stunden im Zug einfach alleine zu sein, Menschen zu beobachten und einfach nachzudenken. Andererseits habe ich alleine die Zeit, mich ruhig und intensiv mit meiner Seelenverwandten zu unterhalten. Ich habe nämlich so viel Liebe für Maria und so viel verbindet mich mit ihr. In Göppingen habe ich so viel bekommen wie:

  • eine wunderschöne Zeit zu zweit
  • die Gastfreundlichkeit
  • die leckere italienische Pizza ihrer Eltern
  • einen Spaziergang über die Sonnenblumenfelder
  • viel Sonne
  • Aufmerksamkeit
  • interessiertes Zuhören
  • Verständnis

Was ich sonst noch zum ersten Mal erlebt habe, war der Besuch in einem Waldfriedhof. Ich habe die Chance gehabt, mir ein Bild über den Ort zu machen, wo ein verbrannter Körper im Wald die letzte Ruhe finden kann. Die persönliche Geschichte von Maria ist so traurig, dass ich sie nicht mal erwähnen möchte. Ich kann aber dank Maria einfacher und leichter über den Tod generell sprechen. Aber dank dieses Besuchs in Göppingen habe ich die Bestätigung für mich persönlich bekommen, dass ich als Wald-Fan auch Stand heute beerdigt sein möchte. Die Frage ist aber noch offen, in welchem Land außer Deutschland diese Alternative im Wald noch möglich ist. Als Scanner Persönlichkeit habe ich mir das Thema auf die To-do-Liste aufgeschrieben.

 

Sozial und leicht

An am gleichen Wochenende war es mir aber wichtig, rechtzeitig zurück nach Hause zu fahren und an dem Grillen mit unseren allen Nachbarn teilzuhaben. Ich bin wirklich auch für diese kleine Wohngemeinde sehr dankbar. Es sind über zwei Jahre her, als wir in diesem neuen Gebäude wohnen und uns sehr gut fühlen. Ausgerechnet auch an diesem Juli-Wochenende ging das Seehasenfest in Friedrichshafen fest. Ein Nachbar von uns hat stolz die Seehasen Fahnen an den Bäumen aufgehängt. Die Stimmung war einmalig und wieder richtig gut.

Aktiv in der Stadt

Das Seehasenfest in Friedrichshafen ist das wichtigste Fest im Jahr und deswegen wird in der Stadt richtig gefeiert. Die Stadt steht auf dem Kopf. Nach den zwei Jahren Pause war die Stimmung an dem Seehasen Sonntag auch grandios. Da findet ein Umzug statt, an dem alle SchülerInnen aus den Friedrichshafener Schulen mitlaufen müssen. Für unsere Zweitklässlerin war das erste aufregende Mal. Unser Sohn Ada mit knapp sechs Jahren mag bis jetzt die großen lauten Events nicht wirklich. Ich habe eine Leichtigkeit in Luft gespürt und mich treiben lassen. Die Stadt war bunt und fröhlich. Es fasziniert mich jedes Mal, wenn ich über den Aufwand und die Arbeit bei dem Dekorieren der Stadt nachdenke.

 

Aktiv am See

Zum Sommer gehört für mich außer den schönen grünen Bergen genauso der schöne gute Bodensee. Zum See gehört für uns mittlerweile einfach das Stand-up-Paddeln und platschen im mal kalten Mal wärmeren Wasser. Es war ein schöner Ausgleich zum aktiven Freizeitprogramm im Bergen. Es ist völlig anders, an einem heißen Tag am See zu sein. Es ist einfach schön.

Aktiv nebenberuflich

Im Juli hat die VHS also die Volkshochschule Friedrichshafen ihren 75. Jubiläum gefeiert. Da ich ab Herbst eine Lehrtätigkeit im Bereich Deutsch als Fremdsprache übernehmen darf, wurde ich zu diesem Event eingeladen. Dabei war ich richtig nostalgisch, wie lange ich bereits die VHS an sich kennen und schätzen gelernt habe. Als ich nach Deutschland kam, besuchte ich meinen allerersten Deutschkurs ausgerechnet an der Volkshochschule, damals in Stuttgart. Das war auch meine erste Begegnung mit dem mich bis heute faszinierenden Thema der Weiter-, Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens.

Ich verbinde sehr viele Erinnerungen, Begegnungen ,Erfahrungen und Gefühle mit der Volkshochschule. In diesem Jahr bietet mir die Schule eine einmalige, völlig neue Erfahrung, die ich sehr gerne auf mich nehme. Es ist ein kleiner, feiner und bewusster Schritt in meine nebenberufliche Selbstständigkeit.

Dank dieser Veranstaltung habe ich den Kontakt zu zwei sehr interessanten Bildungsfrauen aus meinem Wohnraum, also aus dem Bodenseekreis aufgenommen und freue mich, diesen XXXXXX

Passiv aktiv

Eines Tages bekamen wir per Post das „Friedrichshafener Wanderbuch. Wanderungen und Spaziergänge in Friedrichshafen und Umgebung“ von Herrn Rainer Barth. Die Freude war noch größer, als wir das Bild unseren Kindern tatsächlich auf der Seite 219 entdeckt haben. Damals vor gut zwei Jahren im Frühling haben wir in der Nähe von Friedrichshafen in Kluftern an der Planetenweg-Wanderung mit den Kindern mitgemacht. Sowohl Kinder als auch wir Erwachsenen haben so viel aus dieser Wanderung gelernt und von dem Wanderführer erfahren. Mit diesem Buch und allen Routen gleich hier um die Ecke erhoffe ich mir, mich selbst wie auch meine Familie zur aktiven Lebensweise und der gemeinsamen Zeit draußen zu motivieren. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, ein echtes Buch aus Papier mit den geschriebenen Worten vom Autor einfach in den Händen zu halten.

Beruflich aktiv

Nach über zwei Jahren Pandemie ändert sich auch bei mir im Unternehmen die Einstellungen zum kompletten Homeoffice Arbeiten. Ich sollte mich einstellen, ein bis zwei Male in der Woche wieder vor Ort im Büro arbeiten zu sollen. Für mich und meine kleine Familie war wie bis jetzt wirklich richtig gut diese selbstverantwortliche komplette online Arbeiten. Eine Veränderung fällt mir nun doch schwer und ich ertappe mich, wie lange ich mich mental dagegen wehre..

Was im Juli sonst noch los war:

  • Ende der außerschulischen Aktivitäten meiner Kinder; Abschiede, Danke Momente, Kleinigkeiten zum Bedanken, kleine Aufmerksamkeiten,
  • Me Time kurz, aber intensiv und anders: Yoga am See am früheren Morgen – Yoga ein fester Bestandteil in meinem Leben bzw. in meiner Woche
  • Kultur und Freizeit: mein Lieblingsfest am Bodensee, oder genauer in Friedrichshafen, das Kulturufer und das Probieren nach so vielen Jahren der Zuckerwatte
  • Bloggen macht mir Spaß und Freude. Technik und WordPress weniger. Ich lasse mich nicht unterkriegen. Ich schreibe und drücke mich, meine Meinung, meine Ideen und Tipps, Tricks und Hinweise aus. Es tut alles gut. Nur manchmal denke ich, dass

Schön, dass Du da bist und mein Blog liest. Vielen Dank.

Justyna