Ich bin nicht gerne provokativ. Aber mit der Behauptung, man braucht keine Bücher für (Business) Deutsch lernen, traue ich mich lauter zu sein.
Wie komme ich zu dieser Ansicht? Nun, es gehören dazu ein paar Schritte, die ich bis heute unternommen habe bzw. die mich bis heute sehr geprägt haben. Und nämlich:
Ausgangslage → Wendepunkt → Weg → Heute
Zuerst ein reines Deutsch lernen und nicht reines, aber richtig bewusstes und aktives Integrieren:
- ich bin selbst 2001 ohne wirklich Deutsch zu können alleine nach Deutschland gekommen – das heißt, Deutsch ist auch nicht meine Muttersprache
- ich habe wie viele andere klassisch in einer Sprachschule Deutsch gelernt und fleißig eine oder andere Prüfung bestanden
- ich wurde auch an den zwei deutschen Universitäten aufgenommen, weil ich die sogenannte DSH Prüfung (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang) exzellent bestanden habe
- ich habe angefangen, als Studentin verschiedene Jobs auszuüben
- ich habe studiert, in einem Studenwohnheim mit vielen internationalen Studenten gelebt, internationale Partys erlebt, mich für das Welcome Service für die neuen Ankömmlinge engagiert
Dann kam die berufliche Phase und Business Deutsch und das Geschäftsleben mehr in den Vordergrund. Somit auch die berufliche Integration in Deutschland:
- ich war in zwei großen Automobilkonzernen im HR Bereich vor allem mit und für internationale Fach- und Führungskräfte zuständig
- ich verantwortete Mentoring, Führungskräfte- sowie Coachingprogramme für Potenzialträger, für Menschen, die „Karriere“ machen wollen
- ich umgab mich mit Geschäftsleuten, Human Resource Verantwortlichen, Personalentwicklern und allen den Personen, denen die Weiterbildung, Optimierung und letztendlich auch Leistung sehr wichtig sind
Aber ich wurde nicht wirklich erfüllt. In meiner Freizeit engagierte ich mich für die Flüchtlinge und habe ihnen vor allem mit Deutsch geholfen. Sprache war immer mein Lieblingswerkzeug. Ich habe auch ihnen zeigen und demonstrieren wollen, mit der deutschen Sprache kommt ihr weiter und besser an.
Als ich krank wurde, ich einen sich über die Jahre andeutenden Burnout in der Kombination mit der Depression erkrankt war, wurde mir einiges klar. Mein Berufsleben muss ein bisschen anders aussehen, ich muss es verändern. Ich wollte zurück zu der SPRACHE und dem UNTERRICHTEN.
In der Schule habe ich Vorbereitungsklassen für neu zugewanderte Jugendliche geleitet – dadurch kenne ich typische Sprachhürden sehr genau und kann sie im Coaching gezielt adressieren.
Diese zwei Jahren haben mich dazu geleitet, meinen Weg als Sprachcoach für (Business) Deutsch(land) zu gehen.
Nach dieser bewussten Neuorientierung habe ich mein Know-how aus Personalentwicklung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Coaching gebündelt.
Heute unterstütze ich internationale Fach- und Führungskräfte als Business‑Deutsch(land)‑Sprachcoach dabei, klar, sicher und authentisch auf Deutsch zu kommunizieren – im Meeting, in E-Mails und im Alltag in Deutschland.